Sep, 2019

IZW-Campus: E-Learning für die Ingenieurspraxis

Mit IZW-Campus ist am 16. September 2019 die neue E-Learning Plattform der BAW online gegangen. In diesem IZW-Dienst finden Sie zukünftig zahlreiche Lern- und Wissensangebote, die sich mit wasserbaulichen Fachthemen befassen. Die Inhalte aus den Bereichen Planung, Bau und Betrieb richten sich in erster Linie an Ingenieurinnen und Ingenieure der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV). Sie sollen längerfristig aber auch teilweise für externe Ingenieurbüros zugänglich gemacht werden.

Die Idee hinter der E-Learning-Plattform ist dabei dieselbe wie auch die von Kolloquien, Aussprachetagen oder Präsenzschulungen: IZW-Campus dient als Werkzeug für den Wissenstransfer zwischen BAW und WSV. Mit IZW-Campus werden die zahlreichen, bereits bestehenden BAW-Formate um einen weiteren, digitalen Kanal ergänzt. Neben der Bereitstellung von klassischen Skripten haben wir mit unserer Plattform auch die Möglichkeit, mit Videos, interaktiven Elementen und Foren zu arbeiten, was das Aneignen der Inhalte deutlich abwechslungsreicher macht.

Auswahl von Möglichkeiten des Wissentransfers auf IZW-Campus

Digitalisierte Wissensvermittlung hat zudem ein paar entscheidende Vorteile, wenn es darum geht, Lernen individuell zu gestalten. So sind etwa Zeitpunkt, Tempo und Repetitionen für den Nutzer frei wählbar. Auch kann das Wissen für einen großen Personenkreis orts- und zeitunabhängig zugänglich gemacht werden.

Aktuell befinden sich auf der Plattform vor allem Lernunterlagen (z. B. Skripte, Mitschnitte von Kolloquien und Seminarmappen), die zuvor an verschiedenen Stellen im IZW-Portal zu finden waren. Zusätzlich werden gerade zahlreiche weitere Inhalte speziell für IZW-Campus entwickelt, etwa in den Themenbereichen Building Information Modelling (BIM), Korrosionsschutz, PAUSS-B und Wasserstraßeninfrastrukturdaten (WInD). Die meisten dieser Angebote werden bis Ende dieses Jahres online gehen.

Anmeldeseite des neuen Dienstes

Die Entwicklung solcher Inhalte erfolgt dabei immer in Zusammenarbeit mit Fachexperten aus den BAW-Referaten und dem IZW-Team. Während die Fachexperten neben ihrer technischen und wissenschaftlichen Expertise auch ihren Erfahrungsschatz über die spezifischen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der WSV einbringen, kümmert sich das IZW-Team um alle didaktischen und technischen Fragen und übernimmt die Bearbeitung sämtlicher Materialien. Für die Zukunft ist geplant, auch mit Dozenten aus WSV und BMVI zusammenzuarbeiten.

Der Zugang zur Plattform erfolgt ganz einfach durch Einloggen mit der eigenen E-Mail Adresse und dem entsprechendem Passwort. Wie bereits erwähnt sind alle Inhalte für Sie als Angehörige des Wasserstraßen- und Schifffahrtsressorts frei zugänglich. Schauen Sie gerne unter izw-campus.baw.de vorbei und wenden Sie sich an unsere Kontaktadresse campus@baw.de, wenn auch Sie als Dozent gerne Inhalte auf IZW-Campus bereitstellen möchten.

Verfasst von Laura Beuter

Als Teil des IZW-Teams kümmere ich mich um alle Themen rund um E-Learning und IZW-Campus.

Iceland & ECSMGE – TC201 & red lava

Anfang September fand auf Island die European Conference on Soil Mechanics and Geotechnical Engineering (ECSMGE) statt. Das Technical Committee (TC201) “Dykes and Levees”, in dem ich (Martin Pohl) Sekretär bin, hatte einige Aktivitäten über die kurz berichtet werden soll.

Konferenzzentrum HARPA

Beginnen möchte ich jedoch mit den Reden von der Opening Ceremony. Nahezu alle Redner wiesen auf die Bedrohung durch den Klimawandel eindringlich hin. In den arktischen Regionen sind die Auswirkungen seit längerem sehr deutlich zu spüren. Betroffen sind jedoch alle Gegenden der Erde. Die Delegierten wurden daher aufgefordert dem Klimawandel entgegenzutreten „to win the battle“ … „and not to destroy the earth“.
In der letzten Session vor der Closing Ceremony wurde das Thema wieder aufgegriffen und es wurden erfolgreich praktizierte Beiträge der Geotechnik gezeigt, um Energie einzusparen, wie z.B. Energie-Pfähle, bzw. Versuche gezeigt, um CO2 im Erdreich zu speichern oder umzuwandeln.

Nun zu den Aktivitäten des TC201 auf der ECSMGE:
Durch den Klimawandel mit einem prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels sowie bereits zu beobachtenden weltweit vorkommenden Überflutungen gewinnen Deiche und Dämme an Wichtigkeit, was man am gesteigerten Interesse in der Internationalen Community gegenüber der letzten Konferenz in Seoul 2017 deutlich merkte.

Workshop mit Vorträgen aus den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien:
Durch den Klimawandel nehmen die Belastungen auf Deiche und Dämme zu. Bisher weniger erforschte mögliche Versagensmechanismen, die unter den geänderten Bedingungen an Relevanz gewinnen, wie z.B. Piping, werden daher aufwändig untersucht sowie Präventionsmaßnahmen / Optimierungen gesucht. Interessant ist, dass in den Niederlanden hierfür ein beträchtliches Forschungsbudget von 5 Mio € pro Jahr zur Verfügung steht. Neben großmaßstäblichen Modellversuchen werden bei den Forschungen sogar full-scale-tests ausgeführt. Weitere Modellversuche in Zentrifugen zum Prozessverständnis der inneren Erosion wurden vorgestellt und diskutiert ebenso wie die aktuellen Entwicklungen im europäischen Forschungsprojekt ICOLD/EUCOLD.

Ausschusstreffen mit Vertretern aus den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Portugal, Mexiko und Deutschland:
Um den Stand des Wissens und der Technik international abzugleichen, wurden die zukünftigen Aktivitäten des Ausschusses diskutiert. Workshops und Sessions werden daher auf der PanAmerikanischen Konferenz in Mexiko 2019 stattfinden sowie auf der ICSMGE 2021 in Australien. Des Weiteren wird es Joined-Sessions mit anderen TCs (TC106 Unsaturated Soils , TC210 Dams) auf Konferenzen geben. Webinare (Video-Vorlesungen) sollen auf der ISSMGE-homepage (www.issmge.org) veröffentlicht werden, damit jede Person mit einem Internetzugang die Informationen erlangen kann. Eine gemeinsame Veröffentlichung über mögliche Versagensmechnismen soll erarbeitet werden, um Forschungsbedarf zu ermitteln und Aktivitäten in diesem Bereich (auch unter dem Zeichen des Klimawandels) voranzutreiben. Die erheblichen und erstmalig beobachteten Auswirkungen auf Deiche und Dämme durch lang anhaltende Trockenperioden, wie in Europa 2018, wurden diskutiert.

Session mit Vorträgen aus den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Deutschland, Italien, Mexiko und den USA:
Neben ähnlichen Aspekten wie im Workshop, wurden probabilistische Verfahren sowie Vorgehensweisen für eine Risikoabschätzung diskutiert. Ein weiteres wichtiges Thema war die Bestandsaufnahme von Deichen und Dämmen sowie die Erstellung eines Katasters mit allen Einfluss- und Zustandsgrößen für eine real-time Bewertung. Dieses auf nationaler Ebene aber auch im internationalen Vergleich.

Zum Abschluss der Konferenz unternahm ich noch eine private geologische Exkursion zu Pferd. Landestypisch auf einem Islandpferd sowie bei 10°C und Nieselregen. Wir ritten auf schwarzen Lavapfaden zu einer einmaligen Stelle auf Island, wo rote Lava im Anschnitt zu sehen ist; entstanden dadurch, dass Lava vor langer Zeit aus einem Vulkan unter Wasser ausgetreten ist und mit Eisen versetzt wurde. Diese Schicht wurde anschließend durch die Plattentektonik über die Geländeoberfläche gedrückt; so die isländische Reitführerin. Für einen norddeutschen Geotechniker eine ehrfurchtsvolle Vorstellung.