Ein gelungener Nachmittag bei der KIT-Karrieremesse

Am 19. Mai 2026 war die BAW zum wiederholten Male auf der Karrieremesse am Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) vertreten – und es hat sich gelohnt. Bei bestem Wetter strömten von 11:30 bis 16 Uhr zahlreiche Studierende über das Messegelände.

Die Schlangen und der Andrang vor unserem Zelt machten deutlich: Das Interesse an der BAW war groß. Das freut uns sehr.

Die Unterhaltungen am Stand waren lebendig und bunt gemischt. Viele Gespräche fanden dieses Jahr auf Englisch statt, was zeigt, wie international das KIT aufgestellt ist.

Besonders positiv ist uns aufgefallen, dass viele Besuchende sich im Vorfeld schon über die Tätigkeitsfelder der BAW informiert haben und wie viele Studierende ein echtes Interesse an der Forschung mitbringen.

Für eine aufgelockerte Atmosphäre sorgte unser Stadt-Land-Fluss-Glücksrad, das zwischen den Fachgesprächen eine lustige Abwechslung bot und gleichzeitig eine gute Gelegenheit war, mit Studierenden ins Gespräch zu kommen.

Insgesamt war die KIT-Karrieremesse ein erkenntnisreicher Nachmittag voller Spaß und Möglichkeiten, sich kennenzulernen.

Danke an alle Interessierten, die dabei waren!

Sehr gefragt waren unsere HiWi-Stellen und Praktika. Schauen Sie bei Interesse bei unseren aktuellen Anzeigen vorbei:

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Sollten Sie eine konkrete Idee einer Tätigkeit im Bezug auf ein Projekt oder auf ein Referat haben, können Sie uns auch eine Initiativbewerbung zukommen lassen an personalgewinnung@baw.de.

Auf unserem Studi-Infoblatt finden Sie weitere Informationen:

https://izw-campus.baw.de/ilias.php?baseClass=ilrepositorygui&ref_id=17408

Arbeiten in der BAW hat viele Facetten:


Digitales Bauen,
Digitalisierung der Binnenschifffahrt,
Beratung zu Erhaltung oder Ersatz der alternden Infrastruktur,
Forschung zum Einfluss des Klimawandels auf Seeschifffahrtstraßen,
Geotechnische Erkundungen,
Numerische Simulationen, Software- und Verfahrensentwicklungen,

Etablierung von künstlicher Intelligenz in Bereichen des Verkehrswasserbaus,
… um nur einige davon zu nennen.

Schauen Sie sich hier gerne an, welche Vorteile das Arbeiten bei der BAW mit sich bringt.

Grundsätzlich bieten wir insbesondere Stellen für Absolvierende folgender Studiengänge an:

  • Bauingenieurwesen
  • Umweltingenieurwesen
  • Geowissenschaften
  • Geowissenschaften
  • Informatik

Weitere Details finden Sie unter www.baw.de unter der Rubrik ‚Karriere‘ oder auf Anfrage per E-Mail an personalgewinnung@baw.de.

Für Fragen stehen Anja Helfrich +49 (721) 9726-2775 / anja.helfrich@baw.de
und Daniela Ruprecht +49 (721) 9726-4150 / daniela.ruprecht@baw.de
als persönliche Ansprechpartnerinnen gerne zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen!

BAWKolloquium: Künstliche Intelligenz für die Bundeswasserstraßen

Unter dem Motto „Künstliche Intelligenz für die Bundeswasserstraßen – Potenziale, Herausforderungen und Anwendungen“ lud die BAW am 12. und 13. Mai zu einem Kolloquium ein. Hierbei ging es vor allem um die Frage, wie die vielfältigen Methoden aus dem Bereich maschinellen Lernens in fachliche Arbeit eingebunden werden können. Dabei waren die Vorträge so breit gestreut wie das Thema selbst und es kam zu einem regen Austausch sowohl in den Kaffeepausen zwischen den Präsentationen als auch beim Abendessen.

Zu Beginn gab Prof. Matthias Bethge in seiner Keynote einen ersten Eindruck des Themas: von ganz großen Weltmodellen bis hin zu den Anwendungsgebieten im Wasserbau. Danach folgten spannende Vorträge, unter anderem zu den Anwendungen der Einflusseinschätzung von Bauwerken, Qualitätskontrolle von Messdaten, Echtzeitanalyse von Gewässern mithilfe von Bilderkennung, flächigen Rekonstruktion von Messdaten in Nord- und Ostsee sowie die Vorstellung von ChatBots für die Bauwerksinspektion oder Infrastruktur-Bestandsdaten. Nach den Präsentationen ging es zu einer Poster-Session über, die dann in ein gemütliches Abendessen zwischen den Modellen in der Halle überging.

Am zweiten Tag begrüßte Prof. Dr. Markus König die Teilnehmenden mit seiner Keynote zu Anwendungen von KI im Bauwesen. Er stellte die Frage, an welchen Stellen maschinelles Lernen sinnvoll ist und wo „nur“ eine klassische Programmierung erforderlich ist, um Prozesse effizient zu automatisieren. Danach ging es direkt fachlich weiter: Optimierungsalgorithmen, die Verwendung zensierter Daten, Schiffssimulationen und Surrogatmodellen zur Beschleunigung numerischer Methoden. Zwischendurch konnten bei einer Demo-Session nochmal die Beine ausgestreckt werden. Die Demo-Sessions waren dabei frei wählbar und reichten von Drohnen und Laserscannern über einen Arbeitsworkflow für maschinelles Lernen, Qualitätskontrolle für LLMs oder der automatischen Erkennung von Verklausungen bis hin zur agentischen Programmierung.

In seinem Schlusswort griff Dr. Roman Weichert nochmal das Thema der Erklärbarkeit auf. Denn unplausible Antworten von KI-Methoden müssen nicht zwangsläufig falsch sein (so wurde beispielsweise die kosmische Hintergrundstrahlung durch Zufall und einer unplausiblen Messung entdeckt). Jedoch ist es sehr schwer diese Phänomene nachzuweisen, wenn man nicht die Korrektheit aller Einzelteile der Methode nachweisen kann oder diese Einzelteile zu komplex miteinander verwoben sind (meist das Problem bei Methoden maschinellen Lernens), um die Ausgabe bis ins Detail nachvollziehen zu können.

Was macht eigentlich eine Wasserbauingenieurin? – Berufsorientierung in der Schule

Am vergangenen Freitag durfte ich den Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse der Integrierten Gesamtschule (IGS) Landau den Beruf der Wasserbauingenieurin näherbringen. Zum Abschluss ihrer Projektwoche hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich in einer Art „Berufs-Speeddating“ über verschiedene Berufe aus Firmen und Behörden zu informieren. Dabei durften sie auch in die Welt des Wasserbaus eintauchen. Unsere Wasserstraßen bieten eine große Vielzahl an spannenden Berufsmöglichkeiten, die vermutlich vielen jungen Leuten gar nicht bekannt sind. Deshalb habe ich versucht, den Jugendlichen einen Einblick in Wasserbauwerke, Wasserstraßen und die Schifffahrt zu geben und zu zeigen, welche Berufe sich dahinter verbergen. Die Arbeit in der BAW lebt vom Zusammenspiel verschiedenster Fachrichtungen – darunter Bau-, Umwelt- und Wasserbauingenieurwesen, Maschinenbau, Geotechnik, Schiffstechnik und Informatik.

Damit das Ganze nicht nur theoretisch bleibt, hatte ich ein Modell eines Binnenschiffs aus dem 3D-Drucker dabei (Bild). Gefüllt mit Bonbons als „Ladung“ durften die Jugendlichen schätzen, wie viele LKWs ein 85m langes Binnenschiff ersetzt. Die Auflösung: über 60 LKWs! Viele Schätzungen lagen schon sehr nah dran. Besonders schön war zu sehen, wie groß das Interesse und das Staunen über die Vielfalt meines Berufs und meines Arbeitsalltags waren.

Zum Abschluss gab es noch ein paar Giveaways der BAW für die Schülerinnen und Schüler. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere auf dem Weg zur Berufswahl ja irgendwann wieder an den Wasserbau.

Webanwendung Seismizität

Unser Referat Massivbau hat mithilfe vieler weiterer Beteiligter eine kleine Webanwendung entwickelt, die deutschlandweit eine schnelle Einschätzung ermöglicht, ob weiterführende Erdbebennachweise für den massiven Wasserbau erforderlich sind oder nicht. Zudem stellt sie ein ablagefertiges Dokument bereit.

Die Neuauflage des nationalen Anhangs DIN EN 1998-1/NA:2021 des Eurocodes DIN EN 1998-1 brachte einige Änderungen mit sich. So werden anstelle der früheren Karten für die Erdbebenzonen nun Karten für die spektrale Antwortbeschleunigung S_aP,R als neuer Referenzwert für mehrere Nutzungsdauern und die zugehörigen Wiederkehrperioden bereitgestellt.

Gerade in Norddeutschland sowie in der Mitte Deutschlands ist der Lastfall Erdbeben häufig nicht bemessungsrelevant und kann direkt abgearbeitet werden. Dies wurde früher einfach über die Erdbebenzonen begründet. Auch mit der neuen Norm lässt sich eine schnelle Entscheidung treffen, ob weiterführende Erdbebennachweise erforderlich sind oder nicht, jedoch ist dies nicht mehr so offensichtlich. Hierbei möchten wir unterstützen.

Unser Ziel war eine intuitive Webseite, mit der man schnell und einfach eine Aussage erhält. Da die reine Information meist nicht das Ende der Bearbeitung darstellt, wird zudem direkt ein ablagefertiges Dokument bereitgestellt. Dies erspart Fleißarbeit in den Ämtern, vereinheitlicht die Dokumentation und erleichtert es uns, Rückfragen zu diesem Thema zu beantworten.

Die Eingabe der Parameter wird durch eine Verknüpfung mit WInD unterstützt sowie über Infofelder erläutert. Verschiedene Informationen zur Berechnung der Erdbebeneinwirkung und deren Abgleich mit Schwellwerten sind implementiert. Zudem erfolgt bei fehlenden Daten eine konservative Abschätzung, die entsprechend gekennzeichnet ist.

https://seismizitaet.baw.de/

Wir bedanken uns bei Z3, insbesondere bei Vikram N. und Carmen U., sowie bei vielen weiteren Kolleginnen und Kollegen für den offenen Austausch zu kleinen und großen Fragen während der Umsetzung.

Von der Idee zur Veröffentlichung: Interdisziplinäre Forschung zu Freak Waves und Monopiles

Große Forschungsfragen entstehen selten isoliert – sondern oft genau dort, wo unterschiedliche Fachperspektiven aufeinandertreffen.

Der Ausgangspunkt dieser Arbeit lag in einer einfachen, aber folgenreichen Überlegung: Welche Rolle spielen Porenwasserdruckänderungen infolge von Freak Waves für die geotechnische Bemessung von Offshore-Gründungen? Eine Fragestellung, die genau an der Schnittstelle zwischen Küsteningenieurwesen und Geotechnik liegt – und damit auch zwei zentrale Kompetenzfelder der Bundesanstalt für Wasserbau verbindet.

Aus dieser Idee entwickelte sich eine Zusammenarbeit zwischen der BAW und der Bauhaus-Universität Weimar. Gemeinsam mit Prof. Patrick Staubach wurde das Thema in eine studentische Arbeit überführt. Mit Finn Jost konnte ein Studierender gewonnen werden, der sich intensiv mit großen Wellen und deren Auswirkungen beschäftigte – und eine hervorragende Arbeit vorlegte.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor war dabei die enge Verzahnung innerhalb der BAW selbst: Mit Dr. Ina Teutsch konnte eine ausgewiesene Expertin für Freak Waves aus der Abteilung Wasserbau im Küstenbereich eingebunden werden. Gemeinsam mit der geotechnischen Perspektive entstand so ein interdisziplinärer Ansatz, der sowohl die hydrodynamischen Prozesse als auch die Reaktion des Baugrunds konsistent berücksichtigt.

Abbildung 1 zeigt die beteiligten Autorinnen und Autoren – Prof. Patrick Staubach, Mussie Kidane, Dr. Ina Teutsch und Finn Jost.

Die daraus entstandene Veröffentlichung https://ascelibrary.org/doi/abs/10.1061/JGGEFK.GTENG-14110 , welche von der ASCE-Redaktion als Editor’s Choice hervorgehoben wurde, zeigt erstmals, dass die explizite Berücksichtigung von Porenwasserdruckänderungen infolge extremer Einzelwellen einen maßgeblichen Einfluss auf das Tragverhalten von Monopile-Gründungen haben kann. Damit rückt ein Aspekt in den Fokus, der in bisherigen Bemessungsansätzen oft vernachlässigt wurde.

Abbildung 2 (entsprechend Fig. 1 der Veröffentlichung) veranschaulicht das zugrunde liegende Modellkonzept und die Kopplung zwischen hydrodynamischer Belastung und geotechnischer Reaktion. Insbesondere wird deutlich, wie Druckänderungen am Meeresboden in das numerische Modell eingebracht werden und so Porenwasserdruckentwicklungen im Baugrund auslösen. Mit freundlicher Genehmigung des ASCE.

Damit rückt ein physikalischer Mechanismus in den Mittelpunkt, der für die Bewertung extremer Naturereignisse ebenso wie für die Weiterentwicklung moderner Bemessungsansätze von zentraler Bedeutung ist.

Abbildung 3 zeigt exemplarisch die Reaktion des Systems auf ein Freak-Wave-Ereignis. Deutlich werden die induzierten Porenwasserdruckänderungen sowie die überhöht dargestellte Verschiebung des Monopiles.

Was dieses Projekt besonders macht, ist die Kombination aus:

  • einer initialen Idee aus der Praxistätigkeit der BAW,
  • einer hervorragenden studentischen Arbeit,
  • und einer engen Zusammenarbeit zwischen Geotechnik und Küsteningenieurwesen – sowohl innerhalb der BAW als auch mit universitären Partnern.

Es ist ein Paradebeispiel dafür, welches Innovationspotenzial entsteht, wenn fachliche Schnittstellen aktiv besetzt und genutzt werden.

Gleichzeitig ist die Arbeit kein Abschluss, sondern ein Ausgangspunkt:
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Freak Waves nicht nur eine hydrodynamische Randbedingung darstellen, sondern über Porenwasserdruckänderungen direkt in das Tragverhalten von Gründungen eingreifen können. Damit stellen sich eine Reihe bislang unbeantworteter Fragen, die in der aktuellen Bemessungspraxis noch nicht adressiert werden.

Wie geht es weiter?

Im Fokus weiterer Untersuchungen steht daher die systematische Analyse zusätzlicher Einflussfaktoren. Dazu zählen insbesondere:

  • die Durchlässigkeit und das Drainageverhalten des Baugrunds,
  • realistischere Stoffmodelle und Interaktionen zwischen Boden und Struktur,
  • nichtlineare und höherwertige Wellenbeschreibungen,
  • sowie komplexere Freak-Wave-Szenarien (z. B. Wellengruppen oder extreme Wellentalstrukturen).

Darüber hinaus besteht ein wesentlicher Forschungsbedarf in der experimentellen Validierung, da bisherige Untersuchungen Freak Waves überwiegend aus fluidmechanischer Sicht betrachten und die gekoppelte Wirkung auf Struktur und Baugrund nur unzureichend erfasst ist.

Die beteiligten Partner werden sich daher auch künftig gemeinsam diesem Themenfeld widmen, um die identifizierten offenen Fragen gezielt weiterzuentwickeln und langfristig in verbesserte Bemessungsansätze zu überführen.

Verfasst von Mussie Kidane

Als wissenschaftlicher Angestellter des Referats K6 beschäftige ich mich vorwiegend mit geotechnischen Fragestellungen im maritimen sowie küstennahen Bereich.

W4 beim CampusTag der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe

Vergangenen Samstag fand der jährliche CampusTag der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Karlsruhe statt. Die Veranstaltung bietet Studieninteressierten ein vielfältiges Programm, um sich über das duale Studium, Studieninhalte und Berufsperspektiven zu informieren.  Im Mittelpunkt stand jedoch die Firmenmesse, bei der sich die Dualen Partner der DHBW vorstellen und Studieninteressierte Kontakte knüpfen konnten.

Auch die BAW als Dualer Partner war mit einem Stand vertreten. Mit dem mobilen Messestand, einem Bildschirm und allerlei giveaways im Gepäck waren Tom, Lahbib und Laura aus W4 vor Ort, um das duale Studium bei der BAW vorzustellen, Fragen zu beantworten und zu zeigen, was uns als Arbeitgeber ausmacht. Der direkte Austausch hat uns viel Spaß gemacht und ermöglichte uns einen besseren Einblick in die Interessen der Bewerber.

Nach einem langen Tag ging es mit Sack und Pack wieder zurück an die BAW. Ein intensiver CampusTag liegt hinter uns – mit vielen spannenden Gesprächen und neuen Kontakten!

Modellversuche zu Schleuseneinfahrten am DST in Duisburg

Schleusenversuche im Flachwassertank des DST (Foto: Böhm)

Im Dezember 2025 ging es für einige Kollegen aus W4 nach Duisburg zum Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST). Hier wurden in einer zweiwöchigen Messkampagne Modellversuche von Schleuseneinfahrten unter Flachwasserbedingungen durchgeführt. Die Versuche sind Teil eines FuE-Projektes, das von Melissa Böhm bearbeitet wird und die Wechselwirkung zwischen Binnenschiff und Wasserstraße unter Extrembedingungen untersucht. Was bedeutet das genau?

Im Kern dreht sich das Thema um den Schiffsführungssimulator ANS6000 der BAW in Karlsruhe. Dieser ist in den letzten Jahren verstärkt auf die physikalisch korrekte Modellierung von Flachwassersituationen auf Binnenwasserstraßen weiterentwickelt worden. Die fahrdynamischen Modelle gelten nur für die vertikale Beschränkung der Wasserstraße und berücksichtigen daher nicht die Komplexität verschiedener Bedingungen, wie sie beispielsweise beim Ein- und Ausfahren in Schleusen auftreten. Mithilfe der Modellversuche und den vorangegangenen numerischen Untersuchungen sollen die fahrdynamischen Modelle im Simulator hinsichtlich solcher Bedingungen weiter entwickelt werden.

Das DST verfügt über einen etwa 200 m langen und 9 m breiten Tank, der speziell auf die Untersuchung von Flachwassersituationen ausgelegt und damit ideal für die geplanten Versuche ist. Für diese wurde eigens eine vereinfachte Schleusengeometrie im Maßstab 1:16 angefertigt und in den Flachwassertank des DST gebaut. Über das modular eingebaute Hubtor konnte die Länge der Modellschleuse zwischen 9 m und 20 m flexibel variiert werden. Die Breite des Schleusenmodells betrug etwa 0,8 m. Das verwendete Schiffsmodell ist das sogenannte Referenzschiff, ein Benchmark-Modell, welches einem 135 m langen, typischen Binnenschiff entspricht. Im Versuch war es stolze 8,4 m lang und 0,7 m breit (Wer mitgerechnet hat wird feststellen, dass zwischen Schiff und Schleusenwand auf jeder Seite gerade einmal 5 cm liegen).

Flachwassertank mit eingebauter Schleusengeometrie (Foto: Böhm)

Weitere Schlüsselparameter sind die Schiffsgeschwindigkeit und das Verhältnis h/T. Dabei steht h für die Wassertiefe und T für den Schiffstiefgang. Das h/T und ist ein Maß für die Kielfreiheit eines Schiffes. Von Flachwasser spricht man bei h/T-Verhältnissen kleiner als 2,0 und größer gleich 1,1. Im Klartext: Bei einem Schiff mit 3 m Tiefgang liegt die Wassertiefe zwischen 3,3 und 6 m. Die Modellgeschwindigkeit wurde von 0,14 m/s bis hin zu 0,35 m/s variiert, das entspricht etwa 2 km/h bis 5 km/h in der Großausführung.

Modellschiff während der Versuchsfahrt (Foto: Böhm)

Die Versuche umfassten sogenannte gefesselte und frei fahrende Propulsionsfahrten. Zu Beginn jeder Messfahrt wird das Schiff einige Schiffslängen vor der Schleuseneinfahrt positioniert. Nach dem Beschleunigen auf die Sollgeschwindigkeit fährt es mit konstanter Geschwindigkeit in die Schleuse ein und wird in der Kammer vor dem Hubtor abgestoppt, hier endet die Messfahrt. Die untere Abbildung zeigt den Schleppwagen, der das Schiff während der Fahrt führt. Dieser ist mit diverser Messtechnik ausgestattet. In einem gefesselten Versuch wird das Schiff fest mit dem Schleppwagen verbunden und über diesen durch den Tank bewegt. In einem frei fahrenden Versuch besteht keine feste Verbindung zwischen Schiff und Wagen, das Schiff wird mithilfe des eingebauten Propellers angetrieben und vom Wagen nur geführt. Die Genauigkeit, mit der die Schleuse aufgebaut und die Versuche durchgeführt wurden, war für mich besonders beeindruckend!

Schleppwagen mit Messtechnik (Foto: Spielberger)

Gefesselt, nicht gefesselt, verschiedene Schleusenlängen, h/T-Verhältnisse und Geschwindigkeiten… Zum Schluss sah die Versuchsmatrix eine stolze Anzahl von 45 Fahrten vor. Durch den Einsatz der Kollegen vom DST, die für einen reibungslosen Versuchsablauf sorgten, konnte diese Zahl in den zwei Wochen Versuchsbetrieb übertroffen werden. Auch einige Kollegen aus W4 – Lahbib, Johannes, Carol und ich – bekamen die Gelegenheit, die Versuche zeitweise zu begleiten und das DST-Team tatkräftig zu unterstützen. Melissa nutzte die Zeit außerdem um die Kamera auszupacken und fleißig Fotos zu schießen. Als schöner Nebeneffekt der Messkampagne hatten wir abends noch die Gelegenheit für einen Abstecher auf den Duisburger Weihnachtsmarkt.

Mit den Messdaten und einem Berg an Fotos im Gepäck traten wir am Freitag vor Weihnachten den Rückweg nach Karlsruhe an. Man könnte also sagen, dass Melissa ein nicht ganz kleines Weihnachtsgeschenk vom DST bekommen hat.

BMV investiert in zwei neue Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe mit umwelt- und klimafreundlichem Methanolantrieb für das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)

Mit dem neuen Auftrag zum Bau und zur Lieferung zweier neuer Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe an die spanische Werft Astilleros Gondan setzt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) im Anschluss an die im Jahr 2020 in Dienst gestellte und mit emissionsarmem Flüssiggas (LNG) betriebene ATAIR die konsequente Modernisierung seiner Flotte unter Anwendung von umwelt- und klimafreundlichen Methanolantrieben auf Behördenschiffen fort. Das BMV investiert insgesamt 270 Millionen Euro in zwei hochmoderne, den höchsten Umweltanforderungen entsprechende Schiffe für die Nord- und Ostsee.

Die Hauptabmessungen der Schiffe belaufen sich auf 70 Meter Länge, 15 Meter Breite bei einem Tiefgang von 4,1 Meter und einer Geschwindigkeit von 11,5 Knoten. Sie bieten Platz für 18 Personen Besatzung und bis zu 7 Wissenschaftler. Die Erzeugung und Bereitstellung der nötigen Energie für den Antrieb und die Versorgung sämtlicher schiffstechnischer sowie wissenschaftlicher Systeme an Bord erfolgt über ein hocheffizientes Hybridsystem, bestehend aus Generatoren und einem Hochleistungsbatteriesystem, welches in der Lage ist, die vielschichtigen Fahrprofile der Schiffe bestmöglich und optimiert mit der jeweils benötigten Energie zu versorgen.

Zur Ausrüstung gehören zudem diverse Labore, ein Arbeitskran, ein Heckgalgen, ein Schiebebalkensystem für geologische Arbeiten am Meeresboden, sowie entsprechende LARS- Systeme für einen sicheren Taucherbetrieb. Ein 125 Quadratmeter großes freies Arbeitsdeck bietet zudem Platz für weitere Labor- und Transportcontainer. Neben einem dem bisherigen Flottenstandard entsprechenden Vermessungsboot kommt ergänzend erstmals ein autonom operierendes Vermessungsfahrzeug hinzu, welches die Effizienz der erforderlichen Einsätze deutlich steigern wird.

Während der Konzeption und Planung des Neubauvorhabens sowie der Durchführung des gesamten Vergabeverfahrens wurde das Referat Schiffstechnik der BAW unterstützt von einem Projektteam des BSH sowie der internen Vergabestelle der BAW Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Heuking, Düsseldorf.

Die sich nun anschließende Konstruktions- und Bauphase wird seitens des Referates Schiffstechnik durch das Team „WEDE“ („WEDE“: stellvertretend für „Projekt WEGA und DENEB“) als verantwortliche Bauaufsicht wahrgenommen. Hierbei werden wir weiterhin, in bewährter Art und Weise, mit dem Projektteam des BSH sowie den künftigen Besatzungen aktiv zusammenarbeiten.

Die Indienststellung der neuen Schiffe, ist für die Jahre 2029 sowie 2030 vorgesehen.

Bildquelle: Gondan/ Seaplace

Kolloquium „Hydraulik und Fische“

Unter dem Titel „Hydraulik und Fische“ luden BAW und BfG am 12. und 13. November 2025 zum 9. Kolloquium aus der Reihe „Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit an Bundeswasserstraßen“ ein. Im Mittelpunkt standen die Fragen „Wie nutzen Fische die Strömung für ihre Fortbewegung?“ und „Wie können Forschungsergebnisse in die Praxis übertragen werden, um Wasserbauwerke für die Fischwanderung zu optimieren?“. Mit rund 140 Teilnehmenden war die Halle IV bis auf den letzten Platz gefüllt.

Christian Noß, Leiter des Referats „Wasserstraße und Umwelt“ der BAW, begrüßt die Teilnehmenden

Die beiden Veranstaltungstage starteten jeweils mit einer Keynote, um den Blick zu weiten. In der ersten Keynote zeigte Prof. Horst Bleckmann (Uni Bonn) uns das sensorische System der Fische und wie sie dies zur Orientierung einsetzen. Er erläuterte, dass Fische durch ihre Bewegung Wirbel erzeugen, durch die andere Fische auch noch Minuten später wissen, ob und in welche Richtung ein Fisch geschwommen ist. Auch feste Objekte im Wasser können durch die erzeugten Wirbel in Größe und Raumausrichtung von den Fischen detektiert werden. Und wer sich gefragt hat, ob Fische hören, hat in dem Vortrag die Antwort bekommen: Fische können mindestens so gut hören wie Menschen. Am zweiten Tag motivierte uns Steven Cooke von der Carleton University in Kanada, wie wir die Biodiversitätskrise der Fließgewässer in Angriff nehmen können. Dabei kommt es nicht nur auf die Wissenschaft an, sondern auch, das erlangte Wissen der Gesellschaft zu vermitteln. Hier wurde die Idee aufgeworfen „Findet Nemo“ auf die Fließgewässer zu übertragen und damit auch in der breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein für das System Fließgewässer zu stärken. Außerdem ist es nicht nur wichtig die Erfolge darzustellen und zu feiern, sondern genauso wichtig ist es auch über die Fehler zu sprechen -damit andere diese nicht wiederholen. 

Steven Cooke betonte die Wichtigkeit der Kollaboration aller Beteiligten um die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit voranzutreiben

Neben den spannenden Keynotes haben Vortragende aus dem In- und Ausland ihr Wissen geteilt. Dabei wurden Themen wie die Wechselwirkungen zwischen Turbulenz und Fischen, Methoden zur Observierung von Fischen in Strömungen sowie Monitoringstudien und ethohydraulische Versuche vorgestellt. Es wurde deutlich, dass Fischaufstiegs- und Fischabstiegsanlagen das Problem in Fließgewässern nicht lösen, sondern lediglich die Folgen unterbrochener Wanderwege abmildern.

Zeit für Diskussionen und Rückfragen bot sich direkt im Anschluss an die Vorträge und in den Kaffeepausen. Bevor der fachliche Austausch auch beim Abendessen in Halle V vertieft wurde und neue Kontakte geknüpft wurden, gab es eine Hallenführung, bei der u. a. ein neues Schlitzpassmodell von W1 vorgestellt wurde, welches tags zuvor zum ersten Mal mit Wasser gefüllt wurde.

Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung fanden sich rund 30 Expertinnen und Experten zum Knowledge Café zusammen. Hier wurden in Kleingruppen zunächst drängende Forschungsfragen identifiziert und in einer zweiten Runde mögliche Lösungsansätze diskutiert.

Wir danken allen Mitwirkenden für die interessanten Vorträge und allen Teilnehmenden für die spannenden Diskussionen, die zu dieser rundum gelungenen Veranstaltung beigetragen haben!

Zwei Wochen bei CEDEX in Madrid – Austausch, Experimente und Erkenntnisse im Wasserbau

Seit Anfang 2025 hat die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) eine Koorperationsvereinbarung mit dem Centro de Estudios y Experimentación de Obras Públicas (CEDEX, Madrid). Im Rahmen eines zweiwöchigen Austauschs war ich zu Gast beim Centro de Estudios Hidrográficos von CEDEX in Madrid. Ziel des Aufenthalts war der fachliche Austausch zu aktuellen Forschungsfragen im Bereich Wasserbau und Hydraulik sowie die gemeinsame Arbeit an Messungen, numerischen Modellen und Laborversuchen.

Spanien. Ein Land der Staudämme und Küsten.

Spanien verfügt mit rund 1 300 Talsperren über eine der höchsten Dichten weltweit. Das Land ist stark vom Wasserhaushalt abhängig, sowohl zur Trinkwasserversorgung als auch für Bewässerung und Energieerzeugung. Mit einer Küstenlinie von mehr als 8 000 Kilometern ist Spanien zugleich das europäische Land mit der längsten Meeresgrenze. Das Hafensystem liegt an einer der wichtigsten Seewege der Welt und umfasst 46 Häfen, die zum Großteil als Warenumschlag dienen. Das Klima ist geprägt durch große Gegensätze zwischen trockenen Sommern im Binnenland und feuchteren Bedingungen an Atlantik und Mittelmeer.

Madrid. Das königliche Zentrum Spaniens.

Die spanische Hauptstadt liegt geografisch im Zentrum der Iberischen Halbinsel und gilt als Mittelpunkt Spaniens. Mit ihren rund 3,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist Madrid nicht nur politisches, sondern auch kulturelles Zentrum des Landes.

Blick über den südlichen Stadtteil Madrids.
Blick über den südlichen Stadtteil Madrids.

Blick über die Dächer von Madrid.
Blick über die Dächer von Madrid.

Ich wohnte während meines Aufenthalts in einer kleinen Dachgeschosswohnung nahe des Plaza Mayor – mitten im Herzen Madrids, umgeben von engen Gassen, Tapas-Bars und geschäftigem Treiben. Das CEDEX-Gelände war in etwa 25 Minuten zu Fuß erreichbar und bot damit einen täglichen Spaziergang durch die belebten Straßen der Altstadt.

CEDEX. Spaniens Zentrum für Wasserbau und Umwelttechnik.

Das Centro de Estudios y Experimentación de Obras Públicas (CEDEX) ist eine autonome Einrichtung innerhalb der spanischen Staatsverwaltung. Organisatorisch ist es dem Ministerium für Verkehr, Mobilität und Stadtplanung zugeordnet, arbeitet aber auch im Auftrag des Ministeriums für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung. Bei CEDEX gibt es mehrere spezialisierte Einheiten. Für uns im Bereich Wasserbau sind dabei das Centro de Estudios Hidrográficos mit Schwerpunkt auf Wasserbau im Binnenbereich sowie das Centro de Estudios de Puertos y Costas mit Schwerpunkt auf Hafen-, Küsten- und Meeresbau interessant. Die Aufgaben ähneln in vielen Punkten denen der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW): technische Bewertung, Forschung und Wissenstransfer im Wasserbau und Flussbau. Sowohl die BAW als auch CEDEX beteiligen sich an internationalen Konferenzen, besuchten gegenseitig ihre Laboratorien und suchen nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Das Hydrauliklabor. Forschung rund um Talsperren.

Das Laboratorium des Centro de Estudios Hidrográficos umfasst ein breites Spektrum wasserbaulicher Fragestellungen mit Schwerpunkt auf den Betrieb und der Optimierung von Talsperren. Dazu gehören Untersuchungen zur Gestaltung von Hochwasserentlastungen (Optimierung des Überlaufs), zu Kolkbildungen im Unterwasser und zur Strömungsdynamik in Grundablässen. Wie auch an der BAW werden dort Ringleitungssysteme mit Hoch- und Tiefbehältern zur Wasserversorgung der Modelle eingesetzt. Messungen von Wasserspiegeln, Geschwindigkeiten und Drücken werden mit numerischen Simulationen in 2D und 3D kombiniert, um das Verständnis komplexer Strömungsvorgänge zu verbessern.

Blick in das Laboratorium von Cedex mit mehreren gegenständlichen Modellen zur Untersuchung von Talsperren
Das Laboratorium von Cedex mit mehreren gegenständlichen Modellen zur Untersuchung von Talsperren.

Messkampagne an der Talsperre El Grado

Ein Höhepunkt des Aufenthalts war die Beteiligung an einer Messkampagne an der Talsperre El Grado in der Provinz Huesca (Nahe der Pyrenäen). Die Anreise von Madrid dauerte rund sechs Stunden mit dem Auto. Die 1969 fertiggestellte Talsperre El Grado staut den Fluss Cinca und versorgt weite Teile Aragoniens mit Wasser. Sie dient der Bewässerung, der Trinkwasserversorgung von über 100 Gemeinden sowie der Energiegewinnung.

Ziel der aktuellen Untersuchungen war die Analyse des Betriebsverhaltens der Grundablässe, die in der Vergangenheit durch starke Vibrationen und Geräuschentwicklungen aufgefallen waren. Ursache hierfür könnten Strömungsablösungen und Unterdruckzonen im Bereich einer sich verjüngenden Engstelle vor den Steuerklappen sein. Im Rahmen der Messkampagne wurden Drucksensoren im Abzweigstück sowie Beschleunigungsaufnehmer am Schütz installiert, um das instationäre Druck- und Schwingungsverhalten zu erfassen. Die Auswertung zeigte deutliche Druckabfälle beim Öffnungsvorgang sowie pulsierende Luftzufuhr über die Belüftungsventile. Diese intermittierende Luftzuführung könnte die beobachteten Schwingungen verursachen. Die Auswertung der Messdaten ist noch nicht final abgeschlossen.

Blick in den Betriebsraum der Grundablässe der Talsperre El Grado. Zu sehen ist ein Strang des Grundablasses mit zwei Schützen sowie den Belüftungsventilen.
Betriebsraum der Grundablässe der Talsperre El Grado.

Nach einer Übernachtung in Huesca erfolgte die Rückfahrt nach Madrid, begleitet von kräftigem Regen, der die Straßen in Madrid zeitweise in kleine Wildbäche verwandelte. Wasserfestes Schuhwerk ist hierbei unabdinglich.

Parallel zur Messkampagne wurde in der Laborhalle des Centro de Estudios Hidrográficos ein gegenständliches Modell der Talsperre El Grado aufgebaut, das künftig zur Validierung der Druck- und Geschwindigkeitsfelder genutzt werden soll. Das Modell wird zeitnah in Betrieb genommen.

Blick auf das gegenständliche Modell der El Grado Talsperren im Laboratorium der Cedex. Zu erkennen ist die Position der beiden Schütze inklusive Belüftungsventil.
Das gegenständliche Modell der El Grado Talsperre im Laboratorium der Cedex.

Küstenlabor und Schiffsführungssimulator

Neben der Arbeit am Centro de Estudios Hidrográficos bot sich die Gelegenheit, das Centro de Estudios de Puertos y Costas, das Küstenlaboratorium von CEDEX, zu besuchen. Die Halle wurde nach einem Einsturz durch Schneelast vor wenigen Jahren neu errichtet und beherbergt heute eine beeindruckende Vielfalt an Modellen mit Bezug auf Küste und Häfen. Die Aufgaben liegen in der Untersuchung zur Böschungsstabilität, zu Wellenbelastungen und zur Wechselwirkung zwischen Wellen, Wind und Strömung. Wellen werden entweder über hydraulisch betriebene Großklappen oder über einzeln steuerbare kleine Segmente erzeugt. Ergänzend gibt es einen Windkanal, mit dem die kombinierte Wirkung von Wellen und Wind simuliert wird.

Ein weiteres Highlight war der Schiffsführungssimulator: eine voll ausgestattete Steuerkabine mit einer 270-Grad-Projektionsleinwand, die realistische Manöver in Hafenzufahrten ermöglicht. Aufgrund des sehr realen Erlebens kommt es nicht selten vor, dass Besuchende die Seekrankheit gleich mitnehmen. Ein eindrucksvolles Beispiel praxisnaher Ausbildung.

Schiffsführungssimulator von Cedex mit einer 270 Grad Projektionsleinwand und der Schiffskabine.
Schiffsführungssimulator von Cedex mit einer 270-Grad-Projektionsleinwand und der Schiffskabine.

Madrid erleben

In den freien Stunden blieb Zeit, Madrid zu erkunden: den Plaza Mayor, den Königspalast, die gläserne Palacio de Cristal im Retiro-Park oder den modernen Parque Río am Ufer des Manzanares. Überall lockten Tapas-Bars, Mercados und kleine Cafés.

Bewegung inklusive

Ein Nebeneffekt des Aufenthalts: In der ersten Woche kamen über 100 000 Schritte, rund 72 Kilometer und mehr als 1 000 Höhenmeter zusammen. Dies ist ein lebendiger Beweis dafür, dass auch der Weg zwischen Labor, Altstadt und Tapas-Bar zu einem aktiven Austausch beitragen kann. Ganz nebenbei habe ich damit sogar mein Bonuskonto bei der Krankenkasse aufgefüllt.

Schlussfolgerung und (wärmste) Empfehlung

Der Aufenthalt bei CEDEX bot nicht nur wertvolle Einblicke in die spanische Forschungslandschaft, sondern auch konkrete Anknüpfungspunkte für künftige Kooperationen im Bereich hydraulischer Modellierung sowie Messmethodik. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort waren durchweg offen, hilfsbereit und engagiert. Eine Gastfreundschaft, die den Aufenthalt nicht nur fachlich, sondern auch persönlich bereicherte. Der wissenschaftliche Austausch hat deutlich gezeigt, wie eng die Themen von BAW und CEDEX miteinander verwoben sind und dass internationale Zusammenarbeit die beste Grundlage für zukunftsorientierte Lösungen im Wasserbau bildet.