Praktikum

Ein Schülerpraktikum an der BAW – Unsere Praktikant:innen erzählen von ihren Erlebnissen

Ein Erfahrungsbericht von Julia und Benjamin zu ihrem Schülerpraktikum vom 08.06.26-26.06.26 an der BAW Hamburg-Rissen

Was macht man eigentlich während eines Praktikums an der BAW?

Benjamin und Julia besuchen die 10. Klasse des Christianeums Hamburg und haben in der BAW Hamburg-Rissen ein dreiwöchiges Praktikum absolviert. Sie haben hierbei einen Einblick in viele unterschiedliche Bereiche der BAW erhalten.

Nach einer erfolgreich bestandenen Sicherheitseinweisung haben sich Benjamin und Julia auf den Weg ins Referat K1 zu ihrer ersten Station gemacht. In Versuchshalle 1 angekommen, wurden die Praktikant:innen herzlich aufgenommen, denn sie würden dort die gesamte erste Woche verbringen. Sie wurden direkt mit dem Schiff, was dort im Becken lang fährt, um sich die Strömung anzuschauen, und seiner ganzen Technik vertraut gemacht. Außerdem hatten beide die Möglichkeit zwei eigene Versuche/Projekte durchzuführen: Einmal mit einem Sensor um den Abstand zu messen und einmal haben sie auch mit einer Vectrino Sonde und einer EMS-Sonde die Strömungsgeschwindigkeit in Rinne 2 gemessen. Außerdem durften die beiden bei einer Reparatur im Becken mithelfen.

Nach einer Woche in der Halle ging es für die Praktikant:innen zum Referat K2 (Ästuarsysteme I), wo sie sich Simulationen der Nordsee anschauen konnten und welche mit eigenen Werten erstellt haben. Außerdem hatten sie die Möglichkeit für sich selbst eine eigene Landkarte von einem beliebigen Ort in Deutschland zu erstellen.

Nach einer Woche im Referat K1 und zwei Tagen in K2 haben sie beim KFKI (Kuratorium für Forschung im Küsteningenieurwesen) einen Einblick in die Bibliothek bekommen und durften beim Sortieren von Fachbüchern helfen. Am Nachmittag konnten die Praktikant:innen mit dem Schiffssimulator ein Containerschiff aus dem Hafen raus auf die Nordsee fahren, was mal gut und mal schlecht funktioniert hat.

Nun stand für die nächsten 4 Tage Geotechnik auf dem Plan. Es begann für die Praktikant:innen wie es auch bei den Beschäftigten beginnt – mit der geschätzten Bodenansprache. Die Praktikant:innen konnten jeweils Tipps abgeben über die Korngrößenverteilung, die am zweiten Tag durch das Sieben überprüft wurde. Auch wurden sie in andere Versuche eingeführt – wie man zum Beispiel den Wasserverlust oder auch Glühverlust herausfinden kann, bei welchen sie dann am Ende das Resultat erfolgreich ausgerechnet haben. Das Vorbereiten eigener Proben für Versuche zur Scherfestigkeit hat auch nicht gefehlt. Zum Abschluss haben sich einzelne Beschäftigte noch dazu bereiterklärt vor den Praktikant:innen Präsentationen zu halten, um ihnen ihr Fachgebiet noch näher zu bringen. Auch hier haben die Praktikant:innen viel gelernt und Spaß gehabt.

Für die letzten Tage ging es noch in die Werkstatt. Es ging von der Einführung der Gerätschaften ins eigene Betätigen. Benjamin und Julia durften dabei helfen Teile für einen Tisch zum Plasmaschneiden zurechtzusägen und zu bohren. Außerdem hatten sie die Möglichkeit mit dem 3D-Drucker etwas auszudrucken.

Fotos und Text von Benjamin und Julia (Wir sagen danke für euren Bericht!)

Bodenmechanisches Praktikum für die WSV-Student*innen der HSU

Im November wurden vom geotechnischen Labor der BAW in Hamburg zwei Praktika für die Student*innen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) ausgerichtet. Die HSU wird beim Studiengang Bauingenieurwesen von der BAW unterstützt.

Beim ersten Termin wurden die Inhalte vermittelt, die dazu dienen, den Baugrundaufbau zutreffend zu beschreiben und zu klassifizieren. So wurde die Bodenansprache, d.h. die fachgerechte Beschreibung des in einem Bohrkern befindlichen Bodens beigebracht, indem dies einmal erläutert sowie vorgeführt wurde und dann die Student*innen selber ran durften. Die ausgewählten Bohrkerne stammten von den Projekten Schleuse Lüneburg, 5. Schleusenkammer Brunsbüttel, Kleine Schleuse Kiel und Westmauer Helgoland. Die WSV-Student*innen hatten also direkten Kontakt zu aktuellen WSV-Projekten.

Ausgewählte Bohrkerne bei der Bodenansprache

Danach wurden die Klassifikationsversuche in Kleingruppen durchgegangen: Labortechnische Ermittlung der Kornverteilung mittels Sieb- und Schlämmanalyse, Bestimmung der Zustandsgrenzen (Plastizität) sowie die Ermittlung des Wassergehalts, Kalkgehalts, des Organischen Anteils und der Dichte. Nach der Versuchserklärung durch die jeweiligen Laborkolleg*innen erfolgte die eigene Versuchsdurchführung und -auswertung durch die Student*innen.  Somit haben die Student*innen praxisnah das Vorgehen und die Versuche kennengelernt und selber ausgeführt, die die Daten liefern, welche zur qualitativen und quantitativen Beschreibung der Baugrundeigenschaften führen. Diese bilden die Grundlage für die Herleitung von Baugrundprofilen zur Bemessung von Bauwerken sowie für die Einsatzmöglichkeiten von Herstellverfahren für unterschiedliche Bauprozesse.

Kleingruppe bei der Kalkgehalt-Bestimmung

Beim zweiten Termin wurden die sog. höherwertigen Versuche durchgenommen, die das physikalische Bodenverhalten unter Be- und Entlastung ermitteln und die Bodenkennwerte liefern, mit denen die WSV-Bauwerke bemessen werden. Dies sind: der Ödometerversuch und der Einaxiale Druckversuch sowie die Königsklasse der geotechnischen Versuche: der Triaxialversuch. Hierbei durften die Student*innen selber die spezifischen Probekörper aus den besonders entnommenen Bohrkernen herausarbeiten, für die unterschiedlichen Versuchsgeräte vorbereiten und diese anschließend auch in die Versuchsgeräte einbauen.

Vorbereitung von Probekörpern für die Triaxialversuche

Lediglich den Einaxialen Druckversuch konnten die Student*innen jedoch selber durchführen und auswerten. Die beiden anderen Versuche dauern mit einer bis drei Wochen Versuchsdauer sehr viel länger, so dass vom geotechnischen Laborleiter hierfür Versuchsdaten zur Verfügung gestellt wurden, die die Student*innen unter Anleitung aus- und die Ergebnisse bewerteten. So wurde u.a. das physikalische Spannungs-Dehnungs-Verhalten unter dränierter Belastung im Triaxialversuch ermittelt, um hieraus einen Satz an maßgeblichen Bodenkennwerten zur Bemessung von Bauwerken herzuleiten.

Durch die Praktika ist den Student*innen deutlich geworden, dass die Untersuchungen mitunter recht lange dauern und viel Erfahrung dazu gehört die Versuche fachgerecht auszuführen und auch die Ergebnisse richtig zu bewerten. Dem Laborteam der BAW haben die beiden Praktika viel Spaß bereitet, weil die Student*innen sehr engagiert waren, egal ob es darum ging sich die Hände dreckig zu machen oder auch analytische Berechnungen und physikalische Zusammenhänge nachzuvollziehen.