Die ISE 2026 …

… oder genauer gesagt, das XVI. International Symposium on Ecohydraulics fand dieses Jahr vom 16. bis zum 20. August in Lausanne an der EPFL, der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, statt. Neben der EPFL beheimatet Lausanne als olympische Hauptstadt auch den Sitz des Internationalen Olympischen Komitees, dessen Museum wir im Rahmen des Konferenz-begleitenden Galadinners besichtigen konnten.

Olympisches Museum…


…und Olympisches Feuer mit Blick auf den Genfer See – Austragungsort des Konferenzdinners.

Noch sportlicher war allerdings das fachliche Programm des Symposiums: 8 Plenarvorträgen, 35 wissenschaftliche Sessions mit jeweils 4 bis 5 Präsentationen, 4 Workshops, technischen Exkursionen und zahlreichen Meetings erforderten gewisse Sprintqualitäten bei diesem 5-tägigen Dauerlauf. Mit insgesamt 5 Sessions dominierte das Themenfeld rund um die ökologische Durchgängigkeit für Fische die Konferenz, aber auch Themen wie die Organismus-Strömungs-Interaktion, die Gewässermorphodynamik sowie methodische Aspekte wie Fernerkundung und Einsatz von KI standen im Fokus der Beiträge. In dieses Spektrum waren die eigenen Beiträge der BAW und des Schwesterinstituts BfG perfekt eingebettet: Lina Focht (BAW) mit dem Thema „CONTRASTING SWIMMING CHARACTERISTICS OF PASSING AND FAILING ROACH (RUTILUS RUTILUS) DOWNSTREAM OF A VERTICAL SLOT“, David Nijssen (BfG) mit dem Thema „LIMITS OF ELECTROFISHING AS A TOOL FOR MULTISPECIES FISHWAY EVALUATION“ sowie Christian Noß in Vertretung für Abbas El Hachem (beide BAW) mit „AN AI-BASED EULERIAN–LAGRANGIAN MODEL FOR FISH MOVEMENT NEAR A FISHWAY ENTRANCE“.

Bei heißen Außentemperaturen war das kühle Wasser der Sorge eine willkommene Erfrischung bei den Workshop-Teilnehmenden und Senior-Experts. 

Ein besonderes Aufwärmprogramm vor dem eigentlichen Startschuss der Konferenz bot der vom Early Careers on Ecohydraulics Network (ECoENet) organisierte Workshop „From Theory to River: A Practical Ecohydraulics Workshop for Early-Career Scientists“. ECoENet ist ein internationales Forschungsnetzwerk, in dem auch die BAW personell vertreten ist und das Nach-wuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bei der Weiterentwicklung der Ecohydraulik als interdisziplinäres Forschungsfeld zusammenbringt. Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es für die Teilnehmenden ins Gelände, wo an einem nahegelegenen Gewässer, der Sorge, welche über den Campus der EPFL verläuft, hydromorphologische und hydraulische Aspekte ebenso betrachtet wurden wie Vegetation, aquatische Fauna und Wasserqualität. Unterstützt und angeleitet wurden die Early-Career Researchers dabei von erfahrenen Senior Experts. Neben dem fachlichen Austausch stand auch die Vernetzung im Mittelpunkt – sodass beim eigentlichen Start der Konferenz bereits einige Gesichter bekannt waren.

Gruppenfoto der Teilnehmenden der ISE 2026, Quelle: https://ise2026.epfl.ch/

Nach diesem praxisnahen Auftakt im Freien verlagerten sich die weiteren Konferenztage überwiegend in die Vortragssäle. Eine besondere Aufmerksamkeit erhielten natürlich die Plenarvorträge. Ihre vollständige und eigentlich lohnenswerte Wiedergabe würde den Blogeintrag sprengen, so dass nur beispielhaft der Beitrag von Roman Stocker mit Aufnahmen und Analysen von Bewegungen von Bakterien bis zu Fischen, dem sozio-ökologischen Beitrag von Greg Pasternack zur aktuellen Situation im Einzugsgebiet der San Francisco-Bay mit dem Lebensraum Flussbett für zahlreiche Obdachlose sowie dem Karriere-Preis-Vortrag von Angela Gurnell zu Pflanzen-Strömungs-Interaktionen genannt werden kann.

Auch wenn man gerade erst wieder zum Luftholen kommt, die Eindrücke noch sehr frisch sind und die Beiträge längst noch nicht vollends aufgearbeitet wurden, freut man sich bereits auf die nächste ISE 2028, dann in Warschau.

Christian Noß und Lina Focht

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