31. August 2026

Als Team unterwegs: Die BAW-Wassertreter bei den Cyclassics 2026

Am Sonntag, den 16. August 2026, ging bei den Hamburg Cyclassics ein achtköpfiges BAW-Team an den Start –auf der „Experience“-Strecke über 60 km. Schon im Vorfeld hatten wir uns im Rahmen von zwei Feierabend -Trainingstouren gemeinsam auf das Rennen vorbereitet.

Radfahren, wie es sein sollte

Was diesen Tag besonders gemacht hat: keine Ampeln, keine Kreuzungen, eine komplett gesperrte Autobahn – einfach freie Fahrt. So macht Radfahren Spaß. Und ehrlich gesagt: Wenn wir diesen Luxus jeden Tag hätten, würden vermutlich deutlich mehr Menschen mit dem Rad zur Arbeit fahren.

Team-Spirit auf zwei Rädern

Die Cyclassics waren für uns aber weit mehr als nur ein sportliches Event – sie waren ein echtes Team-Erlebnis. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und gemerkt, wozu man als Team fähig ist. Teamwork war der Schlüssel: In der Gruppe kommt man einfach schneller voran. Mal haben wir andere mitgezogen, mal wurden wir selbst mitgezogen. Eine Erfahrung, die sich eins zu eins auf unseren Arbeitsalltag übertragen lässt.

Dabei hat jede und jeder im Team andere Stärken eingebracht und genau diese diverse Teamzusammenstellung war unser Erfolgsrezept: Weil wir uns gegenseitig ergänzt haben, sind wir am Ende alle ins Ziel gekommen.

Besonders gefreut hat uns die Unterstützung unserer Kolleginnen und Kollegen, die extra früh aufgestanden sind, um für uns an der Strecke zu stehen. Jedes Anfeuern hat uns spürbar schneller gemacht – danke dafür!

Gemeinsam mit Tausenden

Zusammen mit Tausenden weiteren Teilnehmenden haben wir uns durch Hamburg gekämpft und waren Teil eines riesigen, mitreißenden Events. Dass wir als Team überhaupt an den Start gehen konnten, verdanken wir auch der Unterstützung der BAW, die unser Team bei den Cyclassics gefördert hat.

Ein toller Tag, ein starkes Team – wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

Die ISE 2026 …

… oder genauer gesagt, das XVI. International Symposium on Ecohydraulics fand dieses Jahr vom 16. bis zum 20. August in Lausanne an der EPFL, der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, statt. Neben der EPFL beheimatet Lausanne als olympische Hauptstadt auch den Sitz des Internationalen Olympischen Komitees, dessen Museum wir im Rahmen des Konferenz-begleitenden Galadinners besichtigen konnten.

Olympisches Museum…


…und Olympisches Feuer mit Blick auf den Genfer See – Austragungsort des Konferenzdinners.

Noch sportlicher war allerdings das fachliche Programm des Symposiums: 8 Plenarvorträgen, 35 wissenschaftliche Sessions mit jeweils 4 bis 5 Präsentationen, 4 Workshops, technischen Exkursionen und zahlreichen Meetings erforderten gewisse Sprintqualitäten bei diesem 5-tägigen Dauerlauf. Mit insgesamt 5 Sessions dominierte das Themenfeld rund um die ökologische Durchgängigkeit für Fische die Konferenz, aber auch Themen wie die Organismus-Strömungs-Interaktion, die Gewässermorphodynamik sowie methodische Aspekte wie Fernerkundung und Einsatz von KI standen im Fokus der Beiträge. In dieses Spektrum waren die eigenen Beiträge der BAW und des Schwesterinstituts BfG perfekt eingebettet: Lina Focht (BAW) mit dem Thema „CONTRASTING SWIMMING CHARACTERISTICS OF PASSING AND FAILING ROACH (RUTILUS RUTILUS) DOWNSTREAM OF A VERTICAL SLOT“, David Nijssen (BfG) mit dem Thema „LIMITS OF ELECTROFISHING AS A TOOL FOR MULTISPECIES FISHWAY EVALUATION“ sowie Christian Noß in Vertretung für Abbas El Hachem (beide BAW) mit „AN AI-BASED EULERIAN–LAGRANGIAN MODEL FOR FISH MOVEMENT NEAR A FISHWAY ENTRANCE“.

Bei heißen Außentemperaturen war das kühle Wasser der Sorge eine willkommene Erfrischung bei den Workshop-Teilnehmenden und Senior-Experts. 

Ein besonderes Aufwärmprogramm vor dem eigentlichen Startschuss der Konferenz bot der vom Early Careers on Ecohydraulics Network (ECoENet) organisierte Workshop „From Theory to River: A Practical Ecohydraulics Workshop for Early-Career Scientists“. ECoENet ist ein internationales Forschungsnetzwerk, in dem auch die BAW personell vertreten ist und das Nach-wuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bei der Weiterentwicklung der Ecohydraulik als interdisziplinäres Forschungsfeld zusammenbringt. Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es für die Teilnehmenden ins Gelände, wo an einem nahegelegenen Gewässer, der Sorge, welche über den Campus der EPFL verläuft, hydromorphologische und hydraulische Aspekte ebenso betrachtet wurden wie Vegetation, aquatische Fauna und Wasserqualität. Unterstützt und angeleitet wurden die Early-Career Researchers dabei von erfahrenen Senior Experts. Neben dem fachlichen Austausch stand auch die Vernetzung im Mittelpunkt – sodass beim eigentlichen Start der Konferenz bereits einige Gesichter bekannt waren.

Gruppenfoto der Teilnehmenden der ISE 2026, Quelle: https://ise2026.epfl.ch/

Nach diesem praxisnahen Auftakt im Freien verlagerten sich die weiteren Konferenztage überwiegend in die Vortragssäle. Eine besondere Aufmerksamkeit erhielten natürlich die Plenarvorträge. Ihre vollständige und eigentlich lohnenswerte Wiedergabe würde den Blogeintrag sprengen, so dass nur beispielhaft der Beitrag von Roman Stocker mit Aufnahmen und Analysen von Bewegungen von Bakterien bis zu Fischen, dem sozio-ökologischen Beitrag von Greg Pasternack zur aktuellen Situation im Einzugsgebiet der San Francisco-Bay mit dem Lebensraum Flussbett für zahlreiche Obdachlose sowie dem Karriere-Preis-Vortrag von Angela Gurnell zu Pflanzen-Strömungs-Interaktionen genannt werden kann.

Auch wenn man gerade erst wieder zum Luftholen kommt, die Eindrücke noch sehr frisch sind und die Beiträge längst noch nicht vollends aufgearbeitet wurden, freut man sich bereits auf die nächste ISE 2028, dann in Warschau.

Christian Noß und Lina Focht