Jan Tillmann-Mumm

Wirklich nett hier! … Forschungsrendezvous 2026 in Karlsruhe

Mit den Worten „Nett hier, aber waren Sie schon einmal in Baden-Württemberg?“ schloss die anonyme Feedbackumfrage des letztjährigen Forschungsrendezvous in Hamburg. Passende Abschlussworte, da das diesjährige Forschungsrendezvous vom 30.09. bis zum 02.10.26 in Karlsruhe ausgetragen wurde. Das Forschungsrendezvous ist ein mittlerweile jährlich veranstaltetes Austauschformat der Nachwuchsforschenden der BAW. Es dient dazu, den Austausch unter den jungen Forschenden der BAW zu fördern. Weiter bietet es die Möglichkeit, mehr Gesichter und Namen, als die des eigenen Referates und der eigenen Abteilung kennenzulernen, sich über fachliche Methoden, aber auch bürokratische Prozesse und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten zu informieren und auszutauschen. Und nicht zuletzt bietet sich die Chance, zu entdecken, mit welchen fachlichen Herausforderungen andere KollegInnen an der BAW sich abseits des eigenen Wirkungsbereiches beschäftigen.

Teilnehmende des diesjährigen Forschungsrendezvous

Mittwoch – Wer macht eigentlich was?

Insgesamt gab es in diesem Jahr 41 Teilnehmende. Für 12 Kolleg*innen aus dem Norden begann der Mittwoch schon recht früh am Bahnhof, und die Deutsche Bahn war im Gegensatz zum KVV gnädig, so dass die Veranstaltung beinahe pünktlich um 14 Uhr beginnen konnte. Aufgrund der derzeitigen Umbauarbeiten im Vortragssaal in Halle IV, haben wir die Veranstaltung in die Halle V verlegt, wo wir uns recht breit gemacht haben und uns ein improvisierter Vortragsbereich aufgebaut wurde. Der Ort hatte seinen ganz eigenen Charme und ich könnte mir die Veranstaltung auch in Zukunft wieder in einem solchem Setting vorstellen. In einer lockeren Kennlernrunde konnte jeder JuWi jeden NaWi und andersherum kennenlernen und anschließend stellte die Forschungskoordination sich und ihre Aufgabenbereiche vor. Nach einer obligatorischen Kaffeepause ging es dann in die Postersession. Diese wurde dieses Jahr neu eingeführt, mit dem Gedanken, einen intensiveren Austausch zwischen den Teilnehmenden über ihre jeweiligen Forschungsprojekte und sonstige Arbeiten zu ermöglichen.

Einige Beiträge aus der Postersession

Das neue Format wurde aus unserer Sicht sehr gut angenommen und jede*r konnte seine/ihre Arbeit vor interessierten Zuhörenden vorstellen. Die Poster blieben die gesamte Veranstaltung über hängen, und so ergaben sich auch später immer wieder gute Gespräche über Fachthemen, was den allgemeinen Austausch gefördert hat. Vor allem hat uns gefreut, dass so viele tolle Beiträge eingereicht wurden. Auch Teilnehmende, die es vorher nicht geschafft hatten, ein Poster abzugeben, haben mit Postervorlage und Edding spontan tolle Beiträge über ihre Arbeit erstellt. Um die Beiträge auch zu würdigen, gab es ein Stickervoting der Teilnehmenden, bei welchem diese ihre Lieblingsbeiträge mit Smileys belohnen konnten. Der diesjährige Best-Poster-Award ging dabei verdient an Markus Reinert. Abschließend klang der Tag bei mexikanischem Essen im El Taquito in der Innenstadt langsam gemütlich aus.

Austausch während der Postersession
Gewinner des Best-Poster-Award: Markus
Weitere Beiträge aus der Postersession

Donnerstag – „Und wo kommt das Hamburger Wasser her?“

Der Donnerstag startete nach einer kurzen Begrüßung mit einer durch Lahbib (W4) geleiteten Podiumsdiskussion mit insgesamt 6 wissenschaftlich erfahrenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der BAW aus den verschiedenen Abteilungen, die in einem Diskurs ihre persönlichen Erfahrungen in Bezug auf Wissenschaftliches Arbeiten, Veröffentlichungen und die dazugehörige persönliche Entwicklung teilten. Es war sehr schön zu hören, wie unterschiedlich diese sein können und dass es nicht „den einen richtigen Weg“ gibt. Auch, dass Komplikationen und Rückschläge von Zeit zu Zeit dazu gehören, wurde von den Diskussionsteilnehmenden einstimmig bestätigt. Allerdings geht es darum, wie man mit diesen umgeht. Weiter ging das Programm mit mehreren Parallelsessions. Eine davon war der traditionell durchgeführte „Hackathon“, bei welchem man sich intensiver mit einigen Knobelaufgaben in Python beschäftigen konnte. Zwei verschiedene Laborsessions boten die Möglichkeit, Einblicke in das wasserbauliche Versuchswesen am Beispiel eines Schlitzpassmodells zum Fischaufstieg zu erlangen oder an einem Tischwannenmodell morphodynamische Entwicklungen eines Flusses nachzuvollziehen.

Laborsession am Tischwannenmodell
Laborsession am Schlitzpassmodell

Nach einer Mittagspause ging es mit dem Bus in das Wasserwerk Mörscher Wald, südlich von Karlsruhe. Wer noch nicht dort war: Es ist wirklich einen Besuch wert! Das 2022 als Neubau fertiggestellte Wasserwerk ist extra auch für Besucher konzipiert. Herr Gruber und Herr Kühlers von den Stadtwerken Karlsruhe haben sich knapp dreieinhalb Stunden Zeit genommen, uns das Wasserwerk nahezubringen. Dabei haben sie sehr anschaulich die Wasserversorgung Karlsruhes erklärt und die wirklich vielen fachlichen Fragen verständlich und interessant beantwortet. Für Menschen mit technischem Interesse geht einem vor Ort bei den ganzen Anlagen das Herz auf. Das Highlight der Exkursion war die professionelle Lichtshow in der Pumpenhalle des Wasserwerks. Wer schon einmal bei den Schlosslichtspielen war, hat eine ungefähre Vorstellung. Mit dem Bus ging es anschließend wieder an die BAW, wobei ich sagen muss, dass sich die Busfahrt leicht wie eine Klassenfahrt angefühlt hat. Auch wurde auf dem Rückweg die Frage aufgeworfen, wo denn das Hamburger Trinkwasser herkomme. Die Exkursion des nächsten Forschungsrendezvous in Hamburg muss sich dann wohl dieser Frage widmen. Abschließend gab es noch ein gemeinsames Abendessen in Halle V mit anschließendem gemütlichem Beisammensein und netten Gesprächen. Aus der Atmosphäre entstanden noch ein paar spontane Laborführungen durch Freiwillige. Ich persönlich konnte so einmal das Korrosionsschutzlabor kennenlernen, was für mich Neuland und von dem, was ich an dem Abend gelernt habe, fachlich ein kleines Highlight war.

Führung durch das Wasserwerk
Pumpenhalle des Wasserwerks
Abendveranstaltung in der Halle V

Freitag – Bis zum Ende fachlich spannend!

Der Freitag war dann nochmal von inhaltlichen Schwerpunkten geprägt. In mehreren Parallelsessions wurden Themen wie Fortbildungen, LLM’s und Chatbots, die Nutzererfahrungen auf den Hochleistungsrechnern und Software wie OpenFOAM intensiv behandelt, vorgestellt und diskutiert. Man konnte seinen jeweiligen Interessen nach also noch einiges lernen und mitnehmen. Bei einem abschließenden Mittagssnack gab es noch die letzten spannenden Diskussionen, bevor die Veranstaltung offiziell beendet wurde. Womit es für einige Kolleg*innen wieder ins Büro, andere ins wohlverdiente Wochenende und die Hamburger Kolleg*innen zurück zum Bahnhof ging.

Was noch gesagt werden sollte

Ich glaube, ich spreche im Namen aller Teilnehmenden, wenn ich sage, wir wissen es sehr zu schätzen, dass wir die Möglichkeit und die Unterstützung erhalten haben, eine solche Veranstaltung umsetzen zu können. Dies beginnt natürlich bei allen, die inhaltlich und fachlich zu der Veranstaltung beigetragen haben, umfasst aber genauso die Bereitstellung des technischen Equipments, sowie, dass uns die Halle V für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt wurde.  Auch Simone hat uns wieder mit ihrer unschätzbaren Unterstützung den Rücken freigehalten und dafür gesorgt, dass es uns an allen lebenswichtigen Gütern, wie Kaffee und sonstiger Verpflegung, nicht mangelt.

Danke an alle, die dazu beigetragen haben!

Ich persönlich habe viel für mich aus der Veranstaltung mitgenommen.

Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass das Format im nächsten Jahr fortgeführt wird.
Also, bis nächstes Jahr!