Feierliche Inbetriebnahme der Schleuse Gleesen

Am Montag, 14. September 2026, fand die offizielle Inbetriebnahme der Schleuse Gleesen statt. Die BAW folgte der Einladung aufgrund der langjährigen beratenden Begleitung des Projekts. Seit Beginn der Planungen vor rund 20 Jahren stehen die Abteilungen Bautechnik, Geotechnik und Wasserbau der BAW dem Wasserstraßen-Neubauamt Datteln (WNA) bei Planung und Bau der Schleuse beratend zur Seite.

Birgit Maßmann (Leiterin des WNA Datteln) begrüßt die anwesenden Gäste zur Einweihung der Schleuse Gleesen

Der Dortmund-Ems-Kanal (DEK) wurde bereits im 19. Jahrhundert erbaut. Seitdem verbindet der Kanal Westfalen mit der Nordsee. Nach einer siebenjährigen Bauzeit wurde der Kanal im August 1899 durch Kaiser Wilhelm II. eröffnet. Bereits nach wenigen Jahren überstiegen die Transportmengen und Tragfähigkeiten der Schiffe die ursprünglichen Prognosen. Dementsprechend wurden ab 1914 bereits jeweils eine zweite „Große“ Schleuse an den Schleusenstandorten entlang des DEK geplant und errichtet. Aufgrund steigender Transportmengen und Schiffsgrößen sowie des zunehmenden Alters der Schleusen wurde an den Schleusenstandorten ein Ersatzneubau angestrebt. Dieser ermöglicht den Passage von Großmotorgüterschiffen (GMS) sowie Übergroßen Großmotorgüterschiffen (üGMS) am DEK.

Luftbild der vorhandenen Schleusenanlage Gleesen und der Lage des Ersatzneubaus. Quelle: WNA Datteln

Die Planungen für den Neubau an den Schleusenstandorten entlang der „Nordstrecke“ des DEK betreffen die Standorte Gleesen, Rodde, Venhaus, Hesselte und Gleesen. Im Jahr 2007 initiierte die Wasserstaßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) unter Leitung des WNA Datteln die ersten Planungen. Nach Abschluss der Planungsphase erfolgte im September 2016 der offizielle Spatenstich für den Neubau der Schleuse Glessen. Diese sollte als erste der fünf Schleusen der „Nordstrecke“ fertiggestellt werden.

Im Oktober 2025 wurde die Übergabe der neuen Schleuse vom WNA an das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Westdeutsche Kanäle durchgeführt. Nach der geplanten Testphase konnte die Schleuse am 14. September 2026 offiziell in Betrieb genommen werden. In einem feierlichen Rahmen versammelten sich Gäste aus Politik, Generaldirektion und Schifffahrt (GDWS), WSV, ausführenden Firmen und Ingenieurbüros sowie Anwohnern, um diesen ersten Meilenstein gebührend zu feiern. Die Veranstaltungsgäste wurden unter anderem durch Redebeiträge von Christian Hirte (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminsterium für Verkehr), Grant Hendrik Tonne (Niedersachsens Minister für Verkehr für Wirtschaft, Verkehr und Bauen), Anke Leue (Präsidentin der GDWS) und Birgit Maßmann (Leiterin des WNA Datteln) durch die Veranstaltung geführt. In den verschiedenen Redebeiträgen wurde die Bedeutung der Leistungsfähigkeit des Verkehrsträgers Wasser für die regionale und bundesweite Wirtschaft hervorgehoben. Zudem wurde die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren aus Politik, WSV und Auftragnehmern betont. Im Anschluss wurde die offizielle Inbetriebnahme der Schleuse durchgeführt. Im Anschluss erfolgte die offizielle Inbetriebnahme der Schleuse. Vom Schiff wurde gemeinschaftlich ein rotes Band in der Schleusenkammer durchschnitten. Im Rahmen des abschließenden Get-togethers hatten die Gäste die Gelegenheit, sich neben fachlichen Themen auch über kleine Anekdoten aus der Planungs- und Bauphase auszutauschen.

Durchschneiden des roten Bandes in der neugebauten Schleuse in Gleesen

Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und stellte einen gelungenen Abschluss dieses ersten Meilensteins im Rahmen der Ersatzneubauten an der „Nordstrecke“ des DEK dar.

Veranstaltungsgäste beim Verfolgen der Redebeiträge im aufgebauten Festzelt

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