HENRY knackt die 6.000er Marke

Das offene Fachrepositorium für den Wasserbau wächst stetig und konnte in den vergangenen Monaten einen Zuwachs von über 1.000 Dokumenten verzeichnen. Diese hohe Zahl begründet sich hauptsächlich auf drei umfangreiche Sammlungen, die neu in HENRY aufgenommen wurden.

Schriften der Forschungsanstalt für Schifffahrt, Wasser- und Grundbau (FAS)
Rund 400 Dokumente der FAS, die den Bibliotheken bisher nur als gedruckte Version vorlagen, sind nun erstmals digital verfügbar. Die Dateien wurden vom IZW-Team aufwendig  zusammengetragen, digitalisiert und mit Metadaten versehen.

Die FAS war die „Schwester“ der BAW und ist ebenfalls aus der Königlichen bzw. Preußischen Versuchsanstalt für Wasserbau, Schiffbau und Erdbau hervorgegangen. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und hat die wissenschaftlich-technischen Grundlagen für Betrieb und Unterhaltung der Wasserstraßen und Schifffahrt in der DDR bearbeitet. Mit der deutschen Wiedervereinigung stellte die FAS ihre Tätigkeit 1990 ein und wurde in die Bundesanstalt für Wasserbau integriert.

Wir freuen uns, dass die wertvollen Informationen aus über 40 Jahren Forschungsarbeit der FAS der Öffentlichkeit ab sofort frei zugänglich und dauerhaft zur Verfügung gestellt werden können.

 

Poster
Seit Kurzem finden sich auch Poster zu verschiedenen fachlichen Themen in HENRY. Sie wurden hauptsächlich für Fachkonferenzen und Kolloquien erstellt und enthalten fachlich relevante Forschungsdaten und Diagramme.

 

Uni Schriften
Die BAW hat sich in jüngster Vergangenheit mit mehreren Universitäten vernetzt, die ihre Institutsmitteilungen und Fachartikel ebenfalls in HENRY veröffentlichen. Somit steht der Öffentlichkeit ein immer breiteres Spektrum an Fachartikeln rund um das Thema Wasserbau zur Verfügung. Neu dabei sind die Ruhr-Uni Bochum, die TU Braunschweig und das Institut für  Geotechnik der TU Dresden.

https://henry.baw.de/

BAW besucht die Baustelle am Hauptbahnhof beim Projekt Stuttgart 21

Für das Referat Grundbau der BAW ergab sich am 8. Februar die Möglichkeit, bei bestem Wetter den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs vom Kopfbahnhof zum Durchgangsbahnhof als Teilprojekt der Baumaßnahme „Stuttgart 21“ zu besichtigen.

Blick vom Turm auf die Baustelle

Zur Einstimmung wurde ein Blick von ganz oben auf die Baustelle geworfen, bevor es dann in die Tiefe ging. Die Aussichtsplattform auf dem Bahnhofsturm ist zusammen mit der Ausstellung des Turmforums kostenlos zugänglich und bietet eine sehr gute Übersicht über die Baustelle mit den einzelnen Bauabschnitten des zukünftigen Tiefbahnhofs.

Besuchergruppe der BAW

Auf der Baustelle  vermittelte Herr Hammerschmidt von der Firma Züblin, die den neuen Bahnhof baut, zunächst eine Vorstellung vom Gesamtprojekt. Ergänzt wurden die Ausführungen von Herrn Dipl.-Ing. Holger Jud vom Ingenierbüro Smoltczyk & Partner und dem ehemaligen Kollegen Prof. Benz von der Firma Wechselwirkung um die geotechnischen Aspekte. Nachdem die PSA angelegt war, ging es dann in medias res und es konnten zusammen die Arbeiten des Spezialtiefbaus besichtigt werden.

Aufständerung der ehemaligen Bahndirektion

Auch wenn bei jedem einzelnen Bauabschnitt viele technische Herausforderungen zu meistern waren bzw. sind, bildet die Aufständerung der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Bahnhofsdirektion ein absolutes Highlight. Hier muss das Gebäude auf verschiedenen Tiefgründungen, Kleinverpresspfählen und anschließend Großbohrpfählen nacheinander temporär gesichert werden, bevor es dann abschließend auf dem Deckel des Bahnhofs zu liegen kommt.

Architektonisch und aus Sicht eines Betonbauers ist sicherlich die erste betonierte Kelchstütze (Titelbild) der Höhepunkt der Exkursion. Die Bewehrung besteht aus 11.000 einzelnen Positionen und die Anforderungen an die Schalung und den vom Architekten geforderten Weißbeton sind enorm und können nur mit BIM-Methoden bewältigt werden.

Nesenbachdüker

Der Geotechniker jedoch interessiert sich eher für die Tiefe, weshalb zum Abschluss noch der Abstieg in den schon fertiggestellten Nesenbachdüker erfolgte. Dieser soll bei Starkregenereignissen dafür sorgen, dass das Regenwasser aus der Mischwasserkanalisation Stuttgarts ungehindert in Richtung Neckar fließen kann. Damit war der tiefste begehbare Punkt der Baustelle erreicht und es galt mit vielen Informationen, die bei den Baumaßnahmen der WSV am Neckar aufgrund ähnlicher Geologie hilfreich sein werden, den Heimweg anzutreten.

 

IWASA Aachen – Plattform für Austausch und Wissenschaft

Rund 500 Teilnehmer besuchten am 10. und 11. Januar das internationale Wasserbau-Symposium (IWASA) in Aachen. Bereits zum 49. Mal veranstaltete das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen die Fachtagung, die von Ingenieurinnen und Wissenschaftlern gerne als Informations- und Austauschplattform genutzt wird. Unter dem Titel „Naturnahe Gewässerentwicklung – Beiträge aus Praxis und Forschung“ wurden aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich Wasserbau und Wasserwirtschaft vorgestellt. Die Themenschwerpunkte der Tagung waren in diesem Jahr Hydromorphologie, Renaturierungen, Bauweisen, Fischdurchgängigkeit und Mikroplastik. Hierzu gab es an den beiden Kongresstagen zahlreiche spannende Vorträge. Insbesondere die Kollegen, die im „Blauen Band Deutschland“ mitarbeiten, profitierten von den fachlich guten Vorträgen aus den Bereichen Renaturierung und Morphodynamik. So konnten neue Perspektiven eröffnet und wichtige Informationen gewonnen werden.

 

Die Kaffeepausen und Abendveranstaltung dienten dem Austausch und Networking bei den Teilnehmern und gab genug Raum um neue Kontakte zu knüpfen und alte Bekannte wiederzutreffen.

In der begleitenden Fachausstellung präsentierten sich zahlreiche Aussteller aus dem Fachgebiet – darunter auch die BAW mit einem Messestand.  Mitarbeiter aus dem Referat Flussbau stellten ihre Arbeit und Projekte vor und stießen auf interessierte Standbesucher. Beeindruckende Bilder und Filme, die auf dem großen Monitor am Stand gezeigt wurden, zogen das Interesse der Besucher auf sich und eröffnetet zahlreiche Möglichkeiten für Gespräche.

Auch das IZW präsentierte seine Wissensdienstleistungen, die insbesondere bei den zahlreichen Studenten auf offene Ohren stießen.  Die Themen Abschlussarbeiten, Praktika und Berufseinstieg in der BAW waren den Studenten ebenfalls besonders wichtig. Dazu konnten die jungen BAW-Mitarbeiter aus eigener Erfahrung ausführlich berichten und Begeisterung bei den Studenten wecken.

So bietet die IWASA jährlich eine breite Plattform für Wissenschaft, Unternehmen und Studenten, die gleichermaßen von Inhalt und Austausch profitieren. Und vielleicht sehen wir den ein oder anderen Studenten künftig in der BAW wieder…

Lebhafter Austausch beim BAWWorkshop OpenFOAM® in Hydraulic Engineering

„Der Fortschritt lebt vom Austausch des Wissens.“  Albert Einstein

Ganz in diesem Sinne organisierte das Kompetenzfeld „Kleinskalige Strömungsmodellierung” der Abteilung Wasserbau im Binnenbereich einen englischsprachigen BAWWorkshop zum Thema „OpenFOAM® in Hydraulic Engineering”.

An der BAW wird die Open Source Toolbox OpenFOAM® als primäres CFD-Werkzeug für wasserbauliche Fragestellungen eingesetzt. Da die Toolbox stetig weiterentwickelt wird, ist es für uns als Anwenderinnen und Anwender essentiell, uns ständig über die neusten Entwicklungen zu informieren und uns mit anderen Entwickler/innen und Nutzer/innen auszutauschen.

Am 21./22. November 2018 trafen sich OpenFOAM® Entwickler/innen und Anwender/innen in der BAW, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Bereich der numerischen Strömungsmodellierung im Wasserbau zu teilen. In den Präsentationen mit anschließender Diskussion wurden Anwendungsbeispiele, neuste Forschungsergebnisse und Entwicklungen sowie Tipps für Nutzer/innen und Entwickler/innen vorgestellt.

Für den Workshop konnten wir Prof. Jasak (University of Zagreb), einen der Hauptenwickler des foam-extend Release, als Vortragsgast gewinnen. Außerdem präsentierten Niels Jacobsen (Deltares), ein OpenFOAM Entwickler im Bereich Wellensimulation, Johan Rønby (Aalbourg University), OpenFOAM® Experte im Bereich Freispiegelströmungen und Željko Tuković (University of Zagreb), Experte für Fluid-Struktur-Kopplung ihre neusten Entwicklungen. Der Workshop war also eine schöne Gelegenheit, die VIPs des OpenFOAM® Universums, die man von ihren zahlreichen Veröffentlichungen, Code-Kommentaren und Foren-Posts kennt, persönlich zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Des Weiteren lockte der Workshop Kolleginnen und Kollegen von zahlreichen deutschen Wasserbauinstituten und von Ingenieurbüros in die BAW.

Das Themenfeld der Vorträge reichte von der Modellierung von Wellen, Wehranlagen und Schleusenfüllprozessen, über die Simulation der Lockströmung von Fischaufstiegsanlagen, bis zur Methodik für Fluid-Struktur Interaktion. Die vorgestellten Inhalte boten reichlich Stoff für Diskussionen. Eine Hall of Fame mit den schönsten Screenshots von CFD-Projekten der Teilnehmenden gaben weitere Anstöße für anregende Gespräche in den Kaffeepausen. Durch die Offenheit der Teilnehmenden und die begrenzte Teilnehmerzahl war der Workshop sehr kommunikativ. Das positive Feedback der Teilnehmenden zeigt, dass sich der Aufwand gelohnt hat.

Die Book of Abstracts zu den Vorträgen sind demnächst im Wasserbau Repository HENRY unter https://henry.baw.de verfügbar.

Online-Schaltung der neuen Webanwendung TraVis (TransportmengenVisualisierung) im IZW

am 5. November ging die neue Webanwendung TraVis im Infozentrum Wasserbau online (IZW: izw.baw.de/wsv, direkter Link zur Anwendung: travis.baw.de).

TraVis ist im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) entwickelt  worden und ist der Nachfolger der Windows-Anwendung PlanGIS (Planco’s Geographisches Informationssystem).

TraVis stellt für die einzelnen Strecken des  Bundeswasserstraßennetzes die Gütermengen und Relationslisten der Binnen- und Seeschifffahrt sowie die Flottenstrukturen der Binnenschifffahrt für das Bezugsjahr 2010 und das Prognosejahr 2030 dar. Die visualisierten Daten sind Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) und der Verkehrsverflechtungsprognose 2030, welche auf die Netze der Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasserstraße umgelegt wurden. Die Umlegung bildet die Grundlage für die Planung von Ausbau- und Ersatzinvestitionen im Bundeswasserstraßennetz.

Das neue TraVis bietet als Nachfolgeanwendung eine moderne Weboberfläche mit integrierter Karte zur Visualisierung der Transportmengen auf den Bundeswasserstraßen. Streckendaten, die zuvor in Form von Excel-Dateien bereitgestellt wurden, können jetzt im Browser aufgerufen, gefiltert und exportiert werden.  Neben der verbesserten Benutzeroberfläche bietet TraVis auch standardisierte Schnittstellen für den Datenaustausch. Beispielsweise lassen sich die TraVis-Daten nun problemlos über Web Feature Services (WFS) oder Web Map Services (WMS) in andere Anwendungen einbinden.

Auch zukünftige Verkehrsprognosen werden ab sofort über TraVis bereitgestellt. Die BAW wird das BMVI bei Weiterentwicklung und Verbesserung von TraVis unterstützen und ist dabei insbesondere auf das Feedback von Nutzern angewiesen.

Tabellenansicht TraVis

 

Kartenansicht TraVis

Verfasst von Daniela Schenk

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Referat Infrastrukturmanagement beschäftige ich mich mit dem Erschließen, Vernetzen und Bereitstellen von Daten zu Infrastrukturobjekten an Bundeswasserstraßen.

25. TELEMAC-MASCARET User Conference in Norwich, England

Mitte Oktober war es wieder soweit, an Englands Ostküste fand im schönen Norwich das diesjährige Treffen der Telemac Community statt. Gastgeber war CEFAS, das britische Zentrum für Umwelt, Fischerei und Aquakultur, eines von vier Exekutivagenturen des Ministeriums für Umwelt, Ernährung und Angelegenheiten des ländlichen Raums. CEFAS setzt seit einiger Zeit Telemac für Strömungs- und Sedimenttransportmodellierungen für z.B. Untersuchungen von Sandbänken, Wellenbelastungen von Offshore Windparks, Verbreitung von E. coli Bakterien etc. ein.

Vor der eigentlichen Konferenz gab es am Tag vorher die Möglichkeit in zwei parallelen Sessions jeweils an einem Workshop teilzunehmen. Die Themen der Workshops waren zum einen die dreifache Kopplung von Strömungs-, Sedimenttransport und Wellenmodell unter Benutzung eines parallelen Hochleistungsclusters und zum anderen die Einführung in ein neues open source Tool zur automatischen Netzgenerierung.

Die Konferenz wurde von Herrn Prof. Stuart Rogers, dem leitenden Wissenschaftler von CEFAS, und von unserer BAW Kollegin und der amtierenden Präsidentin des Telemac Konsortiums, Frau Dr. Rebekka Kopmann, im „Music Room“ des Assembly House eröffnet. Warum als Veranstaltungsraum der „Music Room“ gewählt wurde, sollte sich am Abend noch herausstellen.

Neben den Fachvorträgen rund um die hydraulische und morphologische Modellierung mit Telemac, sind insbesondere die Vorstellungen der Neuigkeiten in den einzelnen Modulen interessant. Von Seiten der BAW wurden in diesem Jahr Fachbeiträge zu den Themen Skaleneffekte, Sekundärströmungsansätze in der 2D-HN Modellierung und der Einfluss von zwei Unterschichtmodellen bei der Feststoffmodellierung vorgestellt. Aber auch die Vernetzung der Anwender, der Entwickler sowie Vertreter der Konsortiumsmitglieder untereinander steht bei dieser Veranstaltung immer im Vordergrund. In den Pausen zwischen den einzelnen Sessions wurde rege über verschiedene Ideen und Probleme diskutiert und über aktuelle Themen ausgetauscht.

Während der zwei Konferenztage wurden in fünf Sessions über diverse Themen rund um die hydraulische und morphologische Modellierung referiert. Die Beiträge wurden in den Telemac-Mascaret Proceedings zusammengefasst und können in HENRY, dem Hydraulic Engineering Repository der BAW (henry.baw. de), recherchiert und heruntergeladen werden. Zudem wurden die neue Version 8.0 von Telemac sowie die Neuigkeiten der einzelnen Pakete vorgestellt.

Am Abend des ersten Konferenztags fand im Vortragsraum das gemeinsame Conference Dinner statt. Anschließend wurde der Vortragsraum sprichwörtlich in den „Music Room“ verwandelt, wobei die diesjährigen Gastgeber eine sehr gute Figur abgaben.

Mit vielen Eindrücken und neuen Ideen reisten wir wieder nach Karlsruhe zurück und freuen uns schon auf das nächste Treffen im kommenden Jahr. Dies wird vom 14.-16. Oktober in Toulouse stattfinden. Gastgeber wird das Konsortiumsmitglied CERFACS sein.

Verfasst von Frederik Folke

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Referats Flussbau beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit der mehrdimensionalen Modellierung von flussbaulichen Fragestellungen.

Die BAW präsentiert sich auf der Baugrundtagung

Zum 35. Mal fand die Baugrundtagung statt – zum ersten Mal war die BAW mit einem Messestand dabei. Die Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik (DGGT) findet alle zwei Jahre statt, dieses Jahr traf ich die Geotechnik-Community vom 26.-28.09.2018 in Stuttgart.

Mit über 1000 Teilnehmern ist die Baugrundtagung eine der wichtigsten Veranstaltungen der Branche. Im Rahmen des Fachkongresses, der in diesem Jahr unter dem Leitthema „Geotechnik trifft Zukunft“ stand, profitierten die Teilnehmer von fachlich hochwertigen Vorträgen und Austausch mit Kollegen und Dienstleistern.

Die BAW, die bereits seit vielen Jahren inhaltlich am Kongress beteiligt ist, war in diesem Jahr auch erstmalig mit einem Messestand in der begleitenden Fachausstellung präsent. Die Abteilung Geotechnik präsentierte sich und seine Projekte, die anschaulich an den großen Monitoren vorgestellt wurden. Ebenfalls konnten sich die Besucher Informationen rund um das Infozentrum Wasserbau (IZW) und HENRY holen.

Ein absoluter Magnet des Standes war das Modell für die Visualisierung der Deckwerksstabilität. Die Neugier erstmal geweckt, konnten die Standbesucher selbst mitwirken und mit Hilfe eines Paddels Wellen im Modell erzeugen. Darin waren zwei Schüttsteindeckwerke installiert, welche sich durch die Steingröße und Steinform unterschieden. Durch die Plexiglasscheiben konnte man beobachten, wie sich hydrodynamische Belastung von Schiffswellen auf die Einzelsteinverlagerungen auswirkt und wie sich das Deckwerk dabei verformt.

         

Das Get-together am Abend des ersten Messetages lud zum Austausch mit verschiedenen Ausstellern und Kongressteilnehmern ein. Die Teilnehmer von Kongress und Fachmesse zeigten sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung und der Präsenz der BAW. Zahlreiche interessierte Besucher, neue und alte Bekannte der Branche, Studenten und Wissenschaftler trafen sich am zentral gelegenen Messestand und nutzten die Plattform für Networking und Fachgespräche.

Neuer Studiengang Bauingenieurwesen startet mit starker Kooperation

Begrüßung der Studenten in der BAW in Hamburg.

 

Die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) unterstützt die zwischen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) und der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) vereinbarte Kooperation für den neuen Studiengang Bauingenieurwesen. Die Studierenden werden im Rahmen ihres Studiums die Labor- und Versuchseinrichtungen der BAW nutzen können und haben die Möglichkeit ihre Abschlussarbeiten in der BAW zu schreiben. In der Woche vor dem offiziellen Semesterbeginn fand am 26.09. ein Kennenlernen statt, bei dem Prof. Christoph Heinzelmann, Leiter der BAW, und Holger Rahlf, Abteilungsleiter Wasserbau im Küstenbereich, die Studierenden am Standort Hamburg der BAW herzlich begrüßten. Die BAW wird den Studiengang intensiv begleiten und somit die HSU bei der Ausbildung von Bauingenieuren/Bauingenieurinnen tatkräftig unterstützen.

Im Rahmen dieses Treffens konnten sich die Studierenden auch ein Bild von den Versuchsanlagen machen. So wurden das Schiffswellenbecken und die Strömungsrinne, der Schiffsführungssimulator und das Grundbaulabor besichtigt. Währenddessen standen Prof. Christoph Heinzelmann, Holger Rahlf und weitere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der BAW für die Fragen der interessierten Studierenden zur Verfügung.  „Mit unseren Versuchsanlagen vor Ort in Hamburg können die Studierenden ihr theoretisches Wissen um wertvolle praktische Erfahrungen vervollständigen,“ erläuterte Prof. Heinzelmann.

Der Studiengang mit den Regelstudienzeiten von 7 Trimestern zum Bachelor und 5 Trimestern zum Master startet jährlich im Oktober. Die WSV bietet pro Jahr 18 Studierenden ein Stipendium an. Ziel der Kooperation ist es, mit einer qualitativ hochwertigen Ausbildung zum/zur Bauingenieur/Bauingenieurin dem demografischen Wandel, insbesondere in den technischen Laufbahnen entgegen zu wirken.

Der neue Studiengang Bauingenieurwesen – Master of Science an der HSU steht für eine qualitativ hochwertige Ausbildung zum/zur Bauingenieur/Bauingenieurin. Den Absolventen des Studiums wird im Anschluss ein Arbeitsplatz in der WSV angeboten.

Weltleitmesse (SMM) der maritimen Wirtschaft in Hamburg, Referat Schiffstechnik zum zweiten Mal dabei

Vom 04.-07. September 2018 fand mit der SMM 2018 (Schiffbau- Maschine- Meerestechnik) die Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft in den Hamburger Messehallen statt.

Nach der ersten sehr positiven Erfahrung in 2016 hatte sich das Referat Schiffstechnik auch in diesem Jahr zu einem noch professionelleren Messeauftritt entschlossen. Schwerpunkt des diesjährigen Messeauftrittes war neben vielfältigen Fachinformationen rund um unsere Arbeit im Rahmen laufender Ausschreibungsverfahren zu aktuellen Schiffsneubauvorhaben des Bundes die fortschreitende Fertigung des neuen Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffes ATAIR für das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Auftragnehmer für diesen Neubau ist die Fassmer Werft GmbH & Co KG aus Berne, die mit der ATAIR ihr zweites LNG- angetriebenes Seeschiff sowie für uns das erste seegehende LNG- Behördenschiff bauen. Mit einem eindrucksvollen Foto aus der laufenden Fertigung des Neubaus bei German Naval Yards in Kiel hatte die BAW in ihrem Messestand das Feeling einer echten Schiffbauhalle erzeugt.

So war es auch nicht verwunderlich, dass sich eine Vielzahl von Messebesuchern, dadurch angezogen, mit uns über unsere Aufgaben und unsere Motivation auf einer derartigen Weltleitmesse vertreten zu sein, ins Gespräch kommen wollten. Diesbezüglich hat sich der Messeauftritt des Referates durchaus zu einer Plattform für gute Gespräche mit der Werft- und Zulieferindustrie entwickelt.

Höhepunkte der intensiven Messetage waren zweifellos Besuche und sehr interessante Gespräche mit den MdB Claudia Müller (Grüne) sowie MdB Oliver Grundmann (CDU). Beide zeigten sich beeindruckt von den
Informationen rund um die Aufgaben und Arbeitsweisen des Referates.

Anhand des auftragsbezogen für die ATAIR in Zusammenarbeit mit der Neptun Ship Design GmbH, Rostock sowie der AVEVA GmbH, Hamburg erstellten 3D- Konstruktionsmodells wurden beispielhaft interaktive Funktionalitäten gezeigt, die zukünftig im Hinblick auf die Vorhaltung digitaler Bestandsunterlagen entwickelt und für den Betreiber von Schiffen nutzbar gemacht werden können.

 

Ein etwas anderes Rendezvous…

Wie bei einem echten Rendezvous, waren auch beim Forschungsrendezvous der BAW das gegen-seitige Kennenlernen und der Austausch über gemeinsame (Forschungs-)Interessen wesentliche Voraussetzungen für dessen Gelingen. Unser Rendezvous fand jedoch nicht in romantischer Zweisamkeit statt, sondern mit fast 40 NachwuchswissenschaftlerInnen (NaWis) der BAW, teils aus Karlsruhe, teils aus Hamburg.

Die Grundlage für diesen Austausch bildete die gegenseitige Vorstellung der jeweiligen Forschungs-themen, gefolgt von einigen Fachvorträgen. Dabei wurden zum einen konkrete Forschungsvorhaben vorgestellt und zum anderen die zugrunde liegenden Methoden. Bei der anschließenden Diskussion konnten sich die NaWis dann über die Themen austauschen, die sie in ihrem Forschungsalltag bewegen.

Den zweiten Tag des Forschungsrendezvous eröffnete Herr Prof. Heinzelmann, der dabei die Bedeutung der Forschung für die Arbeit der BAW hervorgehoben hat. An diesem Tag standen vor allem die Rahmenbedingungen im Vordergrund, die die BAW den Nawis für deren wissenschaftliche Arbeit bietet. So gab es Vorträge zum Thema wissenschaftliches Publizieren, sowie über das Konzept des Wissenschaftstandems, mit dem auch in Zukunft eine gute fachliche Betreuung der NaWis an der BAW sichergestellt werden soll. Den Abschluss des Programms bildete eine Hallenführung, die einen guten Überblick darüber bot, was an experimenteller Forschung an der BAW möglich ist.

Bei der Feedback-Runde wurde deutlich, dass die NaWis den Austausch auf dem Forschungs-rendezvous als sehr positiv wahrgenommen haben, sei es während den offiziellen Programmpunkten oder beim gemeinsamen Grillen am Abend. Auch wurde der Wunsch geäußert die Vernetzung untereinander in Zukunft noch zu verstärken, beispielsweise durch einen eigenen NaWi-Bereich im internen Wiki der BAW, regelmäßige Treffen der NaWis auf Abteilungsebene oder kürzeren Abständen zwischen den Forschungsrendezvous.

Dem nächsten Rendezvous steht also nichts mehr im Weg…

Verfasst von Martin Utz

Seit April 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Referat für Numerische Verfahren im Wasserbau (W5).